Schatzkiste OÖ: Mühlen als Schmuckstücke

Eine alte Mühle, an der sich zudem noch ein Mühlrad dreht, wirkt oft romantisch-verträumt. In der Gemeinde Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) gab es zur Hochblüte mehr als 20 Mühlen und Sägen. Wenige sind davon heute noch übrig.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach – eine romantische Vorstellung, die heute kaum mehr Realität ist. Wurden früher viele Bachläufe genutzt, um Mühlen oder Sägen zu betreiben, so wurden die meisten dieser Bauwerke mittlerweile abgerissen oder umgestaltet – etwa in ein Wohnhaus oder in ein Museum.

Dorfermuehle Wohnhaus

Heimatverein Frankenburg

Die Dorfermühle in Frankenburg ist heute eine Schaumühle

Getreidemühlen waren zur Zeit ihrer Entstehung oft bäuerliche Nebenbetriebe. Die Herrschaft musste um Erlaubnis gefragt werden, ob eine Mühle in Betrieb genommen werden durfte oder nicht. Mit Hilfe von Wasserkraft wurden Mühlgänge oder auch Sägen betrieben. War die Wassermenge zu gering, so hatte man aber bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit, mit Hilfe von Dampf und später auch mit einem Diesel- oder Elektromotor nachzuhelfen.

Zur Hochblüte: Über 20 Mühlen in Frankenburg

In der Regel gehörte auch ein Wehr, also eine Stauanlage, und der daran anschließende Mühlbach, ein künstliches Gerinne, zu einer Mühle oder Säge, wie es etwa in Frankenburg bei der Dorfermühle oder der Erlatmühle der Fall war.

Petermuehle historisch

Heimatverein Frankenburg

Die Petermühle in Frankenburg: Momentaufnahme aus dem Jahr 1966

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 21. Jänner 2017 um 17.10 Uhr

Von den einst über 20 Mühlen und Sägen im Gemeindegebiet von Frankenburg stehen nur mehr wenige Mühlen. Darunter auch die Dorfermühle, die als historische Schausäge auch besichtigt werden kann. 1581 wurde diese Mühle zum ersten Mal erwähnt. Im Jahr 1992 hat sie als Schaumühle ein neues Wasserrad bekommen.

Vereiste Mühlräder in strengen Wintern

Im Winter froren die Mühlräder übrigens oft ein und mussten enteist werden. Dabei schlugen die Müller das Eis vom Mühlrad vorsichtig herunter. Manche Mühlräder wurden auch beheizt, um ein Einfrieren zu verhindern.

Wasserrad der Dorfermuehle im Winter

ORF/Sandra Galatz

Das Mühlrad der Dorfermühle im Jänner 2017

Der Name „Müller“ ist heute wohl häufiger als das Handwerk selbst, das sich stark gewandelt hat. Galt bis Mitte des 16. Jahrhunderts der Müllerberuf als ehrlos, so werden heutige Müller in Oberösterreich an der HTL für Lebensmitteltechnologie, Getreide und Biotechnologie in Wels ausgebildet.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at

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