Schatzkiste OÖ: Erinnerung an das Goldene Heissl

Das Christkind, der Weihnachtsmann oder vielleicht noch das Goldene Heissl oder das Goldene Rössl sind glitzernde Figuren zu Weihnachten. Wer auch immer die Packerl unter den Christbaum legt, ist ein willkommener Gabenbringer.

Sie sind die Gabenbringer der Heiligen Nacht: das Christkind, der Weihnachtsmann und in früheren Zeiten das Goldene Rössl, auch Goldenes Heissl genannt. An diese personifizierte Vorstellung weihnachtlicher Überraschung kann sich heute kaum noch jemand erinnern. Bis vor wenigen Jahrzehnten war das Goldene Heissl aber der vorherrschende Gabenbringer in unserem Land.

Lebkuchenpferd

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Das Goldene Heissl existiert heute meistens nur mehr als Lebkuchenpferd

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 24. Dez. 2016 um 14.20 Uhr

Goldenes Heissl beflügelt die Phantasie

Die Kinder mussten in der Stube bleiben, während draußen unter Schellenklingeln die Gaben eingelegt worden sind. Auf einem Leintuch fanden sich Kletzen, Nüsse, gedörrte Zwetschken und Apfelscheiben sowie bescheidene Spielsachen. Der Vorstellung nach hat das Goldene Rössl goldene Flügel und um den Hals ein goldenes Glöckchen. Auch das Christkind reitet gegebenenfalls auf ihm und manchmal ist das Goldene Rössl auch vor seinen Wagen oder Schlitten gespannt.

Christkind

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Das Nürnberger Christkind ist Vorbild vieler Christkindldarstellungen

Das Christkind, das heute häufig die Weihnachtsgeschenke bringt, hat eine heilige Vorläuferin: die Heilige Luzia als Bringerin des Lichts. Martin Luther und seine Reformatoren zögerten nicht lange, die Heilige in der Phantasie in ein weißes Kleid zu stecken und ihr Gesicht mit einem Schleier zu bedecken, der von einem goldenen Stirnband gehalten wird. Dazu bekam sie kleine Flügel und eine Krone auf den Kopf gesetzt.

Christkind und Weihnachtsmann aus Reformationszeit

Ähnlich wie das Christkind, ist auch der Weihnachtsmann ein Produkt der Reformation. Da Luther gegen die Heiligenverehrung ankämpfte, musste er als Geschenksbringer anstatt des Heiligen Nikolaus, den er eliminieren wollte, eine andere Gestalt heranziehen.

Weihnachtsmann

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Der Weihnachtsmann ist älter als oft vermutet wird

Er nannte den Nikolaus nicht mehr bei seinem Namen, sondern machte aus ihm „Herre Christ“, der sich zum Weihnachtsmann wandelte. Auch die Bescherung durfte nicht mehr am Nikolaustag stattfinden. Als Ersatztermin setzte Luther den 24. Dezember fest.

Sein endgültiges Aussehen, so wie wir es heute kennen, erhielt der lustige Opa mit den roten Wangen und dem stattlichen Rauschebart übrigens als Weihnachtsmann im Jahr 1931 durch einen Werbespot einer amerikanischen Getränkefirma.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at

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