„Schatzkiste OÖ“: Das Dörrhüttl neu entdeckt

Sie fallen beim Spazierengehen auf: kleine Dörrhüttln, in denen das herbstlich reife Obst für die langen Wintermonate haltbar gemacht wird. Einige Landwirte haben ihre Dörrhüttln wieder renoviert und in Betrieb genommen.

Sie sind zu einem besonderen kulturlandschaftlichen Schatz geworden und sie verbreiten ein Gefühl der Beschaulichkeit in den Obstgärten, diese kleinen, netten landwirtschaftlichen Nebengebäude.

Dörrhüttln als Kleinod im Obstgarten

In vielen Familien ist das Dörren von Obst nach wie vor ein festes Ritual im Jahreskreis. Schon vor Jahrhunderten hat man dafür im Obstgarten kleine Dörrhüttln gebaut – in sicherer Entfernung zu Wohn- und Stallgebäuden, um Brandgefahr auszuschließen. Zum Teil sind sie heute noch in Verwendung.

Dörrhüttl in Obstgarten

Sandra Galatz

Dörrhüttln sind heute Schmuckstücke in den Obstgärten.

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 15. Okt. 2016 um 17.10 Uhr

Viele dieser Dörrhüttln wurden aber auch in letzter Zeit wieder renoviert oder sogar neu aufgebaut - manche sind in ihren Grundmauern mehr als 300 Jahre alt.

Dörrhüttl Ofentüre mit Blumenschmuck

Sandra Galatz

Dörrhüttln gleichen vom Aufbau her dem eines Kachelofens.

Die Besitzer sind stolz darauf, so ein Kleinod in ihrem Obstgarten stehen zu haben. Die Sommermonate über schmücken sie es auch mit Blumen.

Zwetschken, Äpfel und Birnen

Gerade im inneren Salzkammergut besinnen sich wieder viele auf das Dörren von Obst. Für den Winter haltbar gemacht werden Äpfel, Zwetschken und Birnen. Die Dörrhüttln funktionieren vom Prinzip her wie ein Kachelofen, sie werden mit Holz beheizt und die nach oben abgegebene Wärme trocknet das Obst, das lose auf den Dörrbrettern liegt. Der Aufbau ist bei allen gleich, doch jedes sieht doch ein wenig anders aus. Dörrhüttln haben zudem nie einen Rauchfang – einige Dörrhüttln hat man auch als Selchen verwendet.

Winterliche Naschereien

Gedörrtes Obst liegt derzeit wieder im Trend. Kinder schätzen es als winterliche Nascherei, in Maßen genossen ist Dörrobst auch gesund.

Obst in Dörrhüttl

Sandra Galatz

Dörrzwetschken sind zu einem beliebten Snack geworden.

Beim Trocknungsvorgang, der etwa zwei bis drei Tage dauert, soll das Wasser langsam entzogen werden. Dieses Haltbarmachen von Obst war früher für die Menschen eine Notwendigkeit. Heute sind ihre Dörrhüttln zu einem regionalen Kulturgut geworden.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at

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