„Schatzkiste OÖ“: Frau trägt wieder Hut

Auffällige Hüte, modischer Kopfschmuck und Blumen im Haar sind zu einem gewohnten Anblick geworden. Warum man heute Hut trägt und warum man früher Kopfbedeckungen getragen hat, ist diesmal Thema der Schatzkiste Oberösterreich.

Frau trägt wieder Hut! Schon lange nicht mehr hat man so viele „behütete“ Damen gesehen wie in den letzten Monaten. Doch die Bedeutung des Hutes hat sich gewandelt: In seinen Anfängen war der Hut ein Standeszeichen, bis er schließlich die Rolle eines modischen Accessoires bekam.

Damen mit historischen Kopfbedeckungen

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Hüte galten früher als Standeszeichen

Sendungshinweis:
„Servus Oberösterreich“
Sa. 8. Okt. 2016 um 17.10 Uhr

Der Hut hat ereignisreiche Zeiten hinter sich. Der sommerliche Strohhut etwa tauchte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf, ursprünglich als Arbeitskleidung der Landbevölkerung. Aber auch adelige Frauen trugen bei höfischen Schäferidyllen einen flachen Strohhut.

Kleiderordnungen als Gesetz

Schon um das Jahr 900 galten allgemein Kleiderordnungen, an die man sich zu halten hatte. „Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann“ – das ist ein Spruch, der das Standesdenken von damals verdeutlicht.

Um das Ordnungssystem im Staat zu erhalten, gab es diese optische Abgrenzung durch die Standeskleidung. Mit der Aufhebung der Kleiderordnung durch Kaiserin Maria Theresia entwickelten sich aus den Standeskleidungen Trachten, und die Kopfbedeckungen wurden mehr und mehr zum Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Sandra Galatz mit Blumen im Haar

Johann Marksteiner

Blumen im Haar sind heuer zu einem gängigen Accessoir geworden

Der Strohhut war besonders im 19. Jahrhundert beliebt. Er bekam große Krempen und wurde mit Tüll, Blumen oder anderen Garnituren versehen. Insgesamt passte sich die Hutform immer mehr der Mode an. In den 1970er-Jahren kam dann der große Bruch. Es war einfach nicht mehr chic, einen Hut zu tragen.

Hut mit Blumenschmuck

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Erst seit kurzem zeigen sich viele Frauen wieder bewusst mit Hut und neuerdings auch mit Blumen im Haar.

Blumen im Haar als neuer Trend

Diese Entwicklung ist neu und hat es in Bezug auf Trachtenträgerinnen noch nie gegeben. Blumen im Haar waren früher der Braut vorbehalten. Heute ist Blumenschmuck auch für eine Alltagsfrisur beim Diskonter erhältlich.

Fascinators in Schaufenster

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Sogenannte „Fascinators“ kennt man auch von britischen Hochzeiten

Blumen im Haar – ob frisch oder aus Kunststoff – sind zu einem Hingucker geworden. Es geht aber auch noch auffälliger: Am Abend oder bei festlichen Anlässen ziehen auch bei uns nach dem Vorbild der britischen Pferderennen bunte und schrille „Fascinators“ alle Blicke auf sich.

Sandra Galatz; ooe.ORF.at