Johannes Deutsch in „Lust aufs Leben“

In welchem Umfeld leben und arbeiten Künstler und Künstlerinnen eigentlich? Woher kommen sie? Wie gehen sie an ihre Werke heran? Diesen und ähnlichen Fragen gehen das ORF Landesstudio OÖ gemeinsam mit der Direktion Kultur des Landes OÖ nach.

Sendungshinweis

„Lust aufs Leben“, 23.6.2013

44 Künstler und Künstlerinnen aus unserem Bundesland wurden seit 2001 im Zuge des Projekts „Treffpunkt Kunst“ bereits porträtiert. Sie haben ihre Ateliers geöffnet, vor der Kamera gezeigt wie sie arbeiten, sie spazierten zu ihren Lieblingsplätzen und sie haben vor Publikum gesprochen und erzählt. 44 Ausstellungen und Begegnungen im Landesstudio boten bisher einen einzigartigen Querschnitt durch die oberösterreichische Gegenwartskunst. Arnulf Rainer, Xenia Hausner, Anselm Glück, Hans Hoffmann-Ybbs, Waltraut Cooper, Helmuth Gsöllpointner, Lorenz Estermann sollen stellvertretend genannt werden.

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Johannes Deutsch war vergangenen Mittwoch Gast im Landesstudio OÖ im gut besuchten Publikumsstudio bei Gastgeber Johannes Jetschgo, seines Zeichens Chefredakteur des ORF OÖ. Deutsch ist jener Künstler, dessen Projekt „Leuchtbrücke“ am neuen Linzer Musiktheater noch in Vorbereitung ist. Über der Straßenbahnausfahrt am Volksgarten wird jeden Abend die Opernmusik in Licht verwandelt werden. Eine komplexe Software transkribiert, „übersetzt“ die musikalischen Impulse aus dem Konzertsaal und das Spiel des Orchesters, zusätzlich kann das Publikum im Foyer an einem kleinen „Touchscreen“ auf die Gestaltung einwirken.

Zu"hörer" wird zum Zu"schauer"

2004 bis 2006 entsteht „Vision Mahler – Bilder einer Symphonie“. Deutsch visualisiert in diesem Werk die 2. Symphonie von Gustav Mahler. Gewaltige Rechnerkapazitäten waren notwendig, um die Musik des Orchesters optisch mit computerunterstützter Technik „sehbar“ zu machen. Die Kraft der Musik, die Dynamik, die Intonation, aber auch die Emotionen, also alles, was in der Komposition Mahlers angelegt ist, wird für den Zuhörer durch die zusätzliche visuelle Ebene noch einmal verstärkt. Der Zu“hörer“ wird gleichzeitig zum Zu“schauer“.

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Ein weiteres beeindruckendes Kunstprojekt soll erwähnt sein: In Kooperation mit dem Gärtner des Stiftes Admont hat Deutsch einen „unsichtbaren Garten“ geschaffen – ein Museumsgartenobjekt, das sich als Tast-, Riech- und Hörerlebnis versteht. Jeder Besucher verbindet sich vor Betreten des Stiftsgartens die Augen, ein blinder Führer oder eine blinde Führerin begleiten dann den Besucher durch den Garten.

Computer als künstlerisches Medium

Alle diese Projekte weisen den gebürtigen Linzer Johannes Deutsch als Künstler aus, der die Grenzen der Medien überschreitet: als Maler, Regisseur und Forscher. Deutsch verwendet den Computer wie der Maler den Pinsel, seine Arbeiten in der Computerkunst haben schon lange Kultstatus. Der Computer als künstlerisches Medium, die Verknüpfung von Kunst, Technologie und Wissenschaft zu einem Ganzen, über das alles erzählt und philosophiert Deutsch in der Sendung „Lust aufs Leben – Kultur aus allen Richtungen“ am Sonntag, 23. Juni ab 21.04 Uhr.