Den Geheimnissen der Weide auf der Spur

Das Flechten von Weidenkörben ist inzwischen ein seltenes Handwerk geworden. Im Zuge von speziellen Naturführungen, etwa in Rechberg, wird gezeigt, was aus Weiden alles gemacht werden kann.

Die Teilnehmer der Naturführungen lassen sich auf ein wahres Naturschauspiel ein und machen sich auf, um die Geheimnisse der Weide zu entdecken. Im Herzen des Naturparks Mühlviertel, in der Gemeinde Rechberg, fließt der Hiesbach. Sein Ufer ist bewachsen - vor allem Weiden besiedeln die sanfte Böschung.

Weiden benötigen feuchten Standort

„Weiden lieben das Wasser. Das heißt, man findet sie immer am Rand von Bächen und Flüssen. Oft werden sie auch als Befestigung für Flussufer eingesetzt“, erklärt Nikola Jakadofsky, Naturführerin aus Rechberg. Die Pflanzen können bis zu 30 Meter hoch werden. Alleine auf der Nordhalbkugel sind etwa 500 verschiedene Weidenarten bekannt.

Weiden

ORF

Weiden lieben es, am Wasser zu stehen

Pflanze dient als Schmerzmittel

Die Weide ist auch eine Heilpflanze, da sie Gerbstoffe und Salicin enthalten. Salicin wird im menschlichen Körper zu Salicylsäure umgewandelt und wirkt wie Aspirin. Da sich der Stoff in der Rinde befindet, muss man diese zuerst abziehen, dann schneiden und trocknen. Danach kann man die getrocknete Weide als Tee zu sich nehmen.

Die Naturschauspiel-Führung führt vorbei an mystischen Steinen zur Aussichtswarte von Rechberg. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem herrlichen Rundum-Blick belohnt. Gleich in der Nähe liegt das Freilichtmuseum Großdöllnerhof. Hier werden die Weiden zu Körben weiterverarbeitet. Auch von Karl Thauerböck. Er benötigt für einen Korb zwei Tage.

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Das alte Kunsthandwerk wird mittlerweile nur mehr von wenigen beherrscht, auch weil es sehr anstrengend ist.

Sendungshinweis:

„Oberösterreich heute“; Sendung vom 22.8.2012

Nicht jede Weide ist geeignet

Zum Flechten eignet sich nicht jede Weidenart. Eine Weide, etwa eine Silberweide, muss von Menschenhand bearbeitet werden, um zum Verarbeiten genützt werden zu können. „Man muss jedes Jahr im Winter, wenn keine Blätter mehr da sind, die Weide beschneiden. So bekommt man immer wieder frische, einjährige Triebe, die sich sehr gut zum Korbflechten eignen“, erklärt die Naturexpertin.

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