Wenn der Hund mit dem Herrl spaziert

Wer geht da mit wem spazieren? Diese Frage stellt sich manchmal, wenn Tierliebhaber mit ihren Hunden spazieren gehen und die Zweibeiner regelrecht hinterhergezogen werden. Maria Theiner hat mit dem Experten Bernhard Kainz über dieses Problem gesprochen.

Sie gehen entspannt, mit einer lockeren Leine in der Hand durch einen Park. An ihrer Seite läuft zufrieden hechelnd das brave Hündchen bei Fuß. So schön stellen sich das junge Hundebesitzer gerne vor. Die Praxis schaut dann manchmal allerdings anders aus: Dann nämlich, wenn der Hund beschließt, dass er die Führung übernehmen muss und an der Leine zieht wie verrückt.

Ursachen beseitigen

Menschen reagieren dann oft falsch und ziehen oder rucken an der Leine. Das beseitigt aber die Ursache nicht, meint der Hundeexperte Bernhard Kainz, der unter dem Namen „der Hundeschweiger“ bekannt geworden ist: „Der Hund zieht an der Leine, weil er irgendwo hin will. Daher muss man schauen, wohin, bzw. was er genau will, zum Beispiel ob es ein Hund ist, der Fährten suchen will. Weiß man, woran es liegt, muss die Ursache beseitigt werden.“

Frau und Hund im Wald

APA/Ronald Wittek

In einem Punkt ist sich der „Hundeschweiger“ sicher: Die Idee, irgendwohin zu müssen, kommt dem Hund nur, wenn er meint, selbst der Chef zu sein: „Wenn ich jetzt aus der Sicht des Hundes der Jagdleiter bin, dann wird er sich mir anschließen - freiwillig. Sieht mich der Hund aber nicht kompetent, will er die Umwelt eigenständig erkunden.“

Ursachenforschung beginnt zu Hause

Um das Ziehen an der Leine abzustellen, beginnt Bernhard Kainz die Ursachenforschung nicht erst beim Spaziergang, sondern viel früher: „Ich schaue mir an, was in meinem Rudel nicht passt. Es könnte zum Beispiel sein, dass Futter immer zur Verfügung steht. Für den Hund heißt das: Die Futterressource verwalte ich. Daher kann es sein, dass er dann auch draußen meint, für alles zuständig zu sein.“

Sendungshinweis:

„Radio Oberösterreich Café“; 31. Mai 2012

Um solche Probleme zu erkennen, macht Bernhard Kainz gerne Hausbesuche. Für ihn steht fest: Wenn die Menschen ein anderes Verhalten an den Tag legen, dann nimmt das das Tier sofort auf und benimmt auch auch anders.

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