Trautner-Ausstellung im Lentos

Sie war eine scheue Frau und galt einst als „Beste Grafikerin Oberösterreichs“ - trotzdem zählt Elfriede Trautner nicht zu den bekanntesten Künstlerinnen. Das Kunstmuseum Lentos würdigt die 1989 verstorbene Künstlerin mit einer Ausstellung.

In ihren Werken verarbeitet Elfriede Trautner ihre eigene schwierige Kindheit. Immer wieder taucht das Motiv der Puppe in ihren Zeichnungen auf. Die Künstlerin wächst bei den Großeltern im Mühlviertel auf. Mit 21 übersiedelt sie nach Linz. Ihre eigene Einsamkeit aber auch ihre Naturverbundenheit zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten.

Grafik von Trautner

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Technisierung aus der Distanz betrachtet

Die Kunst war für Elfriede Trautner lebenserhaltend. Aus der Distanz betrachtet die ehemalige Sekretärin am Brucknerkonservatorium die fortschreitende Technisierung, die Ausbeutung der Natur und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Grafik von Trautner

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Technik der Kaltnadelradierung

Elfriede Trautner reiht sich in die Reihe der großartigen Zeichner Österreichs ein. An der Linzer Kunstgewerbeschule erlernt sie die Technik der Kaltnadelradierung - ein grafisches Tiefdruckverfahren, bei der die Linien unter Kraftaufwand direkt in die Druckplatte eingeritzt werden. Schon Rembrandt und Pablo Picasso haben diese Technik meisterhaft eingesetzt.

Grafik von Trautner

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Farben finden sich nur spärlich in ihren Arbeiten. Das Lila von Amethysten soll sie fasziniert und inspiriert haben.

Sendungshinweis:

„Oberösterreich heute“, Sendung vom 16. November 2011.

Ungern von den Arbeiten getrennt

Zu Lebzeiten hat Elfriede Trautner sich ungern von ihren Arbeiten getrennt. Rund 800 Schilling, also umgerechnet 58 Euro, verdiente sie an einem Bild, heute werden ihre Arbeiten um rund 5.000 Euro gehandelt. Im November 1989 stirbt die Künstlerin einsam an Krebs. Sie hinterlässt rund 500 Zeichnungen und Druckgrafiken.

Die Ausstellung im Lentos ist von 18. November 2011 bis 29. Jänner 2012 zu sehen.

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