Regierungskritik in Mitterlehner Buch

Mit großer Medienbegleitung hat der ehemalige ÖVP-Bundesparteiobman Reinhold Mitterlehner am Mittwochvormittag in Wien sein Buch „Haltung“ präsentiert. Er kritisiert darin auch die aktuelle Regierungsarbeit.

Als Abrechnung will Reinhold Mitterlehner sein Werk mit dem Untertitel „Flagge zeigen in Leben und Politik“ nicht verstanden wissen, durchaus aber als kritische Analyse der heutigen Republik Österreich und ihrer Repräsentanten. Der Tag seiner Buchpräsentation sei bewusst gewählt, sagt Mitterlehner. Sei doch der einstige Gründungstag der Volkspartei ein 17. April gewesen. Daraus leitet er zwar keine aktuellen Ambitionen für einen Wiedereinstieg in die Politik ab, wie er betont, aber Zurechtrücken wolle er schon, was seit seinem Rücktritt vor bald zwei Jahren aus allen Ämtern kolportiert und gemutmaßt wurde.

Kanzler wird bei Präsentation nicht erwähnt

Mitterlehner ist im Buch durchaus selbstkritisch, er spricht aber auch von einem Parallelimperium, das man neben seiner Obmannschaft in der ÖVP eingerichtet habe. Den Namen Kurz erwähnt er in der Pressekonferenz nie. Beim Wechsel an der ÖVP-Spitze, so Mitterlehner, sei jedoch „Energie daran verwendet worden, dass jeder russische Revolutionär vor Neid erblasst wäre“.

Zum Thema Demokratie und zu seiner Einschätzung der Regierungsarbeit in den vergangenen 18 Monaten sagt Mitterlehner im Interview mit ORF OÖ Chefredakteuer Johannes Jetschgo:

Man mag über den Begriff Abrechnung streiten, ob er zutrifft oder nicht, das Buch Mitterlehners umfasst jedenfalls ein spannendes Kapitel jüngster österreichischer Geschichte.