Nach Mord: Europaweite Fahndung

Noch immer gibt es keine Hinweise zu dem 17-Jährigen, der am Sonntag eine 16-Jährige in Steyr getötet haben soll. Nun läuft eine europaweite Fahndung, so die Staatsanwaltschaft Steyr. Nach der Tat will auch die Politik nicht zur Tagesordnung übergehen.

Der junge Afghane war der Freund des Mädchens und dürfte nach der Tat am Sonntag durch das Fenster geflüchtet sein. Sein Mobiltelefon sei nach der Tat einmal in Wien geortet worden, aber mittlerweile inaktiv. Doch das gebe keinen Aufschluss darüber, wo der Bursche gewesen sein könnte. Die wahrscheinliche Tatwaffe sei ein Messer, das im Zimmer des Mädchens gefunden wurde, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, Andreas Pechatschek.

Messerstich in Lunge war tödlich

Die Ermittler würden Tatortarbeit leisten, etwa das Messer genau untersuchen. Ein Hammer und ein Stanleymesser, die ebenfalls im Zimmer des Mädchens gefunden wurden, hätten mit der Tat nichts zu tun, so der Staatsanwalt. Eine Obduktion hatte ergeben, dass ein Messerstich in die Lunge des Mädchens tödlich war. Sie sei innerlich verblutet, „das erklärt, warum am Tatort nicht so viel Blut war“, erläuterte Pechatschek. Wann genau die Bluttat passierte, lasse sich nicht sagen.

Tatort Steyr Mord

fotokerschi.at/Klaus Mader

Der Tatort in Steyr

Tat in Steyr wird Thema im Landessicherheitsrat

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) kündigte für kommenden Montag an, dass die Tat in Steyr auch Thema im Landessicherheitsrat sein wird: „Wo wir natürlich auch darüber reden müssen, ob wir mit manchen aus einer bestimmten Gruppe, nämlich der jungen Afghanen, wirklich ein größeres Problem haben. Und wir wollen natürlich auch Klarheit bekommen, was man tun kann, welche Integrationsmaßnahmen, welche Verdeutlichung auch der Rechtsnormen, die es bei uns gibt, wir noch treffen müssen, damit das auch diese Personen nicht nur registrieren, sondern dann auch leben.“

FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr ergänzte, im Rahmen dieser Sitzung seien alle Möglichkeiten zu prüfen, damit man diese Gefährdungslage unter Kontrolle bringe. Dazu zählen vor allem auch schärfere Integrationsmaßnahmen. Mit dem aktuellen Kuschelkurs müsse jedenfalls Schluss sein, meinte Mahr.

Mutter fand ihre tote Tochter

Das junge Pärchen, das eine On-Off-Beziehung führte, hatte sich am Sonntag in das Zimmer der 16-Jährigen in der Wohnung der Mutter im Stadtteil Münichholz zurückgezogen. Als die Mutter und die Schwester des Mädchens gegen 23.00 Uhr den Raum betreten wollten, war dieser mit einem Kasten verbarrikadiert. Sie schafften es, ihn zur Seite zu schieben, und fanden die Jugendliche tot. Das Fenster war offen und der 17-Jährige, der in einem Asylheim im selben Stadtteil gemeldet war, weg.

Keine Details zum Motiv bekannt

Die Kriminalisten gehen von einer Beziehungstat aus, Details zum Motiv waren zunächst aber nicht bekannt. Der Bursch soll bisher nicht aufgefallen sein. Zu seinem Asylstatus gab es keine Information. Medienberichte, wonach er subsidiär Schutzberechtigter sei, wurden weder bestätigt noch dementiert.

Hinweise erbeten

Die Polizei hat am Montag ein Foto und den Namen des Verdächtigen veröffentlicht. Hinweise sind an das Landeskriminalamt Oberösterreich unter der Telefonnummer 059133/40 3333 oder an jede Polizeidienststelle erbeten.

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