Pärchen aus Erdbebengebiet zu Hause

Der Urlaub auf einer Insel bei Lombok ist für ein junges Paar aus Steyr zum Albtraum geworden. Bei einem starken Erdbeben am Sonntag wurden beide verletzt, nach einer regelrechten Odyssee sind sie nun erleichtert und dankbar daheim.

Am Sonntag um 19.46 Uhr Ortszeit begann die Erde auf der indonesischen Insel Lombok zu beben. Die 24-jährige Lisa Wörnschimmel und ihr 27-jähriger Freund Dominik Eder, beide aus Steyr, erlebten das Erdbeben der Stärke 6,9 auf der kleinen Touristeninsel Gili Meno nordwestlich von Lombok mit.

„Schrecklicher Moment“

Beide wurden bei dem Beben verletzt, die junge Frau erlitt einen schmerzhaften Beckenbruch, ihr Freund eine Rissquetschwunde am Arm. „Im ersten Moment hab ich nicht gewusst, was los ist. Man weiß, man ist selbst am Leben, aber mein weiß nicht, ob der andere am Leben ist. Das war schrecklich in dem Moment“, so Wörnschimmel.

ORF-Redakteur Ronald Meyer hat Lisa Wörnschimmel und Dominik Eder im Krankenhaus Steyr getroffen.

Die Minuten gleich nach dem Beben seien ein Albtraum gewesen, so Eder. „Das vergisst man nicht so schnell. Man steht so unter Adrenalin und will nur mehr weg.“ Weil zunächst eine Tsunamiwarnung ausgegeben wurde, seien sie von Einheimischen zum höchsten Punkt der Insel gebracht worden. Die Tsunamiwarnung wurde nach wenigen Stunden wieder aufgehoben.

Botschaft organisierte Flugtickets

Am Montag, dem Tag nach dem starken Beben, sei es ihnen gelungen, per Boot von Gili Meno nach Lombok und weiter zum Flughafen zu gelangen. Während der gesamten Flucht seien sie immer wieder in telefonischem Kontakt mit Konsul Andreas Heuberger von der Botschaft in Jakarta gewesen, der für die beiden Flugtickets nach Jakarta organisiert habe, so Eder. „Er hat sie sogar aus seiner Tasche bezahlt und mich dann gefragt, ob er das Geld wieder zurückbekommt. Und wir haben gesagt – natürlich, selbstverständlich. Wir sind heilfroh, dass wir die Tickets gekriegt haben. Das war unglaublich für uns“, so Eder.

Das Erdbeben am Sonntag ereignete sich genau eine Woche, nachdem Lombok bereits von Erdstößen der Stärke 6,4 erschüttert worden war. Am Donnerstag, vier Tage nach dem Hauptbeben, gab es neuerlich ein starkes Nachbeben. Mehr als 300 Menschen wurden seit Sonntag tot geborgen, 156.000 Menschen sind obdachlos.