Volles Gehalt für 30-Stunden-Woche

Eine Firma aus Bad Leonfelden (Bezirk Urfahr-Umgebung) führt - nach eigenen Angaben - als erstes Unternehmen Österreichs die 30-Stunden-Woche ein. Am Gehalt der Mitarbeiter, das sie für 40 Stunden bekommen, soll sich aber nichts ändern.

30 Stunden bei vollem Gehalt - das mag utopisch klingen, die Onlinemarketingfirma aus dem Mühlviertel macht damit aber Ernst. Die 22 jungen Mitarbeiter, die fast alle Vollzeit arbeiten, sollen künftig zwei Stunden mehr Freizeit pro Tag haben. Das Unternehmen wolle so attraktiver für junge Mitarbeiter werden, so Geschäftsführer Klaus Hochreiter: „Die Jungen sagen ganz einfach: ‚Wir sind nicht da, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben.‘ Sie wollen einfach eine Ausgeglichenheit zwischen Beruf und Privatem.“

Striktes Handyverbot während Arbeitszeit

Möglich würden das die jährlich wachsenden Gewinne machen - und gutes Zeitmanagement: Dafür wurden mehrere Maßnahmen umgesetzt. Sanduhren sollen die Mitarbeiter zu mehr Konzentration anspornen. Außerdem gilt ein striktes Handyverbot während der Arbeitszeit.

Sanduhr Arbeitzeit Zeit

ORF

Fünf Prozent weniger Umsatz sei eine Investition in die Mitarbeiter

Trotzdem: Unterm Strich entstünden mehr Kosten, so Hochreiter: „Wir haben einmal alles hinterfragt und durch gewisse Optimierungen Zeit eingespart. So kommen wir auf circa fünf Prozent weniger Umsatz. Aber das ist unser langfristiges Investment in die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter.“

Innovatives Arbeitszeitmodell

ORF-OÖ-Redakteurin Juliane Lehmayer hat sich in der Firma umgehört, wie das Projekt finanziert wird.

Sozialpartner unterstützen Projekt

Unterstützt wird das Projekt auch von den Sozialpartnern. Ob weniger wirklich mehr ist, zeigt sich ab 1. Oktober. Dann dürfen die Mitarbeiter des Bad Leonfeldner Onlineunternehmens zum ersten Mal früher nach Hause gehen.