3D-Drucker statt Zahntechniker

Mehr als 500.000 Zähne werden derzeit in Österreich durch künstliche Zähne ersetzt. Herrliche Zeiten für Zahntechniker möchte man meinen, aber die digitale Technik verändert das Berufsbild völlig.

Dass die Gesellschaft immer älter wird, zeigt sich auch an den Zähnen. Die Kosten für Zahnbehandlungen und Zahnersatz steigen rasant an, allein bei der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse waren es im Vorjahr 145 Millionen Euro. Eigentlich eine gute Geschäftsgrundlage für die Zahntechniker. Aber deren Branche verändert sich derzeit so rasant, wie kaum eine andere.

Das Ende der Gipsmodelle

Jahrzehntelang wurde Zahnersatz aus Gipsmodellen, die händisch bearbeitet werden müssen, gefertigt. Jetzt aber steht eine Reihe von Hochleistungsrechnern im Labor, auf denen Kiefer von Patienten analysiert und Behandlungen am Computer simuliert werden können. Die Digitalisierung hat die Zahntechnik erfasst.

Die bisherigen Fertigungsmethoden sind damit über kurz oder lang Geschichte. Laut Schätzungen dürften bis zu 90 Prozent der herkömmlichen Arbeit von Zahntechnikern wegfallen und durch neue Aufgaben ersetzt werden. 3-D-Drucker werden dabei unerlässlich. Die Daten für die Kiefermodelle kommen über eine spezielle Software direkt von den Zahnärzten und können sofort in den Drucker eingespeist werden. Bis zu 100 Modelle können so jeden Tag gedruckt werden.

Bei komplexen Fällen immer noch Handarbeit

Noch sind die 3D-Drucker aber nur eine Unterstützung für die Zahntechniker. Denn in komplexen, schwierigen Fällen ist die Software den Ansprüchen der Patienten noch nicht gewachsen.