Jedes sechste Vorschulkind hört schlecht

Deutlich mehr Kinder haben Hörprobleme, als man bisher vermutet hat. Das hat jetzt der flächendeckende Einsatz einer neuen Methode bestätigt. Das neue Audiometer stellte bei jedem sechsten Vorschulkind in OÖ Auffälligkeiten fest.

Viele Jahre lang galt die Regel, dass Gehörtests bei jedem Kind einmal bei der Geburt und dann beim Schuleintritt durchgeführt wurden. Der Test beim Schuleintritt, der sogenannte Flüstertest, wurde 2012 gestrichen. Seit 2016 sind jetzt vom Land OÖ Diagnosegeräte zur Bestimmung der Hörfähigkeit im Einsatz.

Hör-Screening für Vorschulkinder

ORF

Das Audiometer spielt dem Kind über Kopfhörer ganz leise Töne vor - einmal im rechten, einmal im linken Ohr.

Über 11.000 Kinder untersucht

Die Untersuchung an bereits über 11.000 Vorschulkindern ergab, dass jedes sechste Kinder schlecht hört. „Wir haben damit gerechnet, dass wir mit der apparativen Messmethode mehr Kinder finden werden, dass es dann so viele geworden sind, hat uns selbst überrascht“, so Logopädin Renate Heitz.

Früher zeigten vier bis fünf Prozent Auffälligkeiten. Mit dem Audiometer stieg dieser Wert auf über 16 Prozent. Um 85.000 Euro hat das Land Oberösterreich 65 solcher Audiometer angeschafft. Ziel sei es, „dass wir mit dieser neuen Technik viel, viel mehr Kinder entdecken, die Hörschwierigkeiten haben und entsprechend reagieren können“, so Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ).

Soziale Probleme als Folge

Denn Hörprobleme führen oft auch zu sozialen Problemen, sei es bei den Freunden oder in Klassengemeinschaft, so Daniel Holzinger, Sinnes- und Sprachneurologe am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz. „Die Kinder stehen zwar dabei und nicken vielleicht, verstehen aber einen Witz zu spät und lachen verzögert und fühlen sich sehr schnell ausgeschlossen aus der Gruppe, sagt Holzinger.

Deshalb folgt bei Kindern, bei welchen das Hör-Screening auffällig war, auch eine Untersuchung durch den HNO-Arzt.