Frey dementiert vorzeitigen Rücktritt

Der künstlerische Leiter des Linzer Brucknerhauses hat am Mittwochabend Meldungen aus dem Rathaus dementiert, wonach er vorzeitig das Handtuch werfe. Er werde seinen Vertrag auf alle Fälle bis Ende 2017 erfüllen, ließ Frey über die Pressesprecherin der LIVA ausrichten.

Die Pressesprecherin kündigte auch in einer E-Mail an, Frey werde zu seiner weiteren beruflichen Zukunft bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag Stellung zu nehmen.

Luger: Frey wird laufenden Vertrag erfüllen

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger bestätigte Donnerstagvormittag, dass Hans-Joachim Frey als künstlerischer Direktor der LIVA gehen werde. Der Scheidende habe ihn „persönlich darüber informiert, dass er ein anderes Engagement annehmen wird, seinen bis 31. Dezember 2017 laufenden Vertrag jedenfalls erfüllen möchte“, so der Bürgermeister in einer Presseaussendung.

Heftige Kritik nach Kontrollamtsbericht

Der künstlerische Leiter des Linzer Brucknerhauses wurde im Frühjahr vom Kontrollamt der Stadt Linz wegen seiner Amtsführung heftig kritisiert. In dem Bericht wurden auch die schlechte Auslastung sowie die Positionierung des Konzerthauses bemängelt.

„Das Management hat es verabsäumt, sich Gedanken über neue Kundenschichten zu machen“, hieß es im Kontrollamtsbericht, denn seit der Eröffnung des Musiktheaters gäbe es neue Parameter für den Kulturmarkt in Linz. Die künstlerischen Leistungen seien gut, so das Kontrollamt - dennoch würden echte Zugnummern wie die Wiener Philharmoniker oder Thomas Hampson nur Auslastungen von 40 bis 60 Prozent bringen. Da stimme etwas nicht, das sei auch nur in Linz so.

Sinkende Auslastungszahlen

Die Auslastungszahlen bei Brucknerhaus und Brucknerfest seien seit Jahren rückläufig. Im Vorjahr habe die Auslastung beim Brucknerfest laut Bericht nur 42 Prozent betragen. Der Kontrollamtsbericht griff auch die Reisen - für Operninszenierungen etwa in Minsk, Sofia, Wladiwostok oder als Jurymitglied - des künstlerischen Leiters auf, von denen manche als Dienstreisen verbucht worden seien, obwohl das laut Dienstvertrag nicht vereinbart sei. Darüber hinaus wären Verträge mit Künstlern oder Agenturen für die Kontrolleure nicht nachvollziehbar, so das Papier.

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