Sofort feste Unterkünfte für Flüchtlinge

Die Flüchtlinge aus den Zeltlagern in Linz und Thalham können kurzfristig in festen Unterkünften unterkommen, so Gertraud Jahn (SPÖ) am Donnerstagvormittag. Am Nachmittag teilte das Innministerium mit, noch mehr Zelte aufzustellen.

Basierend auf den Prognosen der Experten sei mit weiterhin 250 bis 300 Asylanträgen pro Tag zu rechnen - auch über das Wochenende. Aufgrund dieser Zahlen müsse das Innenministerium die Vorbereitungen treffen, hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums am Donnerstagnachmittag.

192 Betten mehr

Zu den bestehenden Zeltlagern in Linz und Salzburg kommen noch am Freitag je zwölf weitere mit jeweils acht Schlafplätzen dazu. Insgesamt erhöht sich die Bettenkapazität um 192 Plätze. Bei der Erstaufnahmestelle Thalham werden laut Innenministerium keine weiteren Zelte aufgestellt, da diese bereits ausgelastet sei.

Räume für Flüchtlinge

In Linz stellte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) im Sportpark Lissfeld Räume zur sofortigen Nutzung zur Verfügung. Für die Flüchtlinge in Thalham wurden weitere 30 Plätze im Europacamp Weißenbach vorbereitet. Die restlichen Personen können kurzfristig im Gemeindezentrum in Frankenburg untergebracht werden, hieß es am Donnerstagvormittag. Die Flüchtlinge bleiben aber weiterhin in der zuständigen Betreuung des Bundes, so Jahn.

Zelte für Flüchtlinge

ORF

Derzeit sind zahlreiche Flüchtlinge in Zelten untergebracht

Bis Ende Juni will die Soziallandesrätin insgesamt 450 neue Plätze für Flüchtlinge schaffen, die eigentlich in Bundesbetreuung stehen. Damit sollen sowohl die Zeltunterkünfte als auch die Debatte um die Öffnung von Kasernen vom Tisch sein, sagte Jahn im Gespräch mit Gernot Ecker.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Flüchtlinge könnten sofort verlegt werden

Das Ministerium zeigte sich erfreut über diese Information und erklärte, man werde die angebotenen Unterkünfte überprüfen. Es wäre gut, könnten die Asylwerber aus den Zelten sofort überstellt werden.

Bereits nächste und übernächste Woche stehen in Oberösterreich dann Übergangsquartiere für bis zu 150 Personen zur Verfügung. 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurden außerdem in das Europacamp am Attersee überstellt. 40 weitere Flüchtlinge kamen aus der Bundesbetreuung in freistehende Landesquartiere. In der Kaserne Freistadt kommen weitere 20 Flüchtlinge umgehend dazu, so Jahn.

Polizei errichtete Holzstege

Erst am Mittwoch hatte die Polizei zwischen den Zelten für die Flüchtlinge auf ihrem Sportplatz in Linz aufgebaut. Denn wegen des anhaltenden Regens weichte der Boden zusehends auf, und es bestand die Gefahr, dass der Matsch in die Zelte getragen wird.

In dem Notquartier auf dem Polizeisportplatz sind derzeit 53 Flüchtlinge untergebracht. Auch wenn die Zelte regenfest sind und dicke Lkw-Planen auf dem Boden liegen, würden die Bedingungen bei tagelangem Regen „sicher schlechter“, so Polizeisprecher David Furtner. In Linz etwa führt um den Sportplatz eine rote Aschebahn, und die nasse Asche werde sehr glitschig.

Holzstege bei Zelten

fotokerschi.at

Gemeinsam wurden Gehwege errichtet

Konzertausstatter lieferte Balken

Am Nachmittag entschied deshalb die Landespolizeidirektion Oberösterreich nach einer Besichtigung der Zeltstadt, dass zum Schutz vor Nässe und Dreck Holzstege beschafft werden. Ein Konzertausstatter aus Langenstein (Bezirk Perg) lieferte die Balken. Gemeinsam mit den Asylwerbern wurden die Gehwege verlegt.

Links: