Prozess gegen Pater geht ins Finale

Im Prozess gegen den ehemaligen Konviktsdirektor des Stiftes Kremsmünster wird für den Nachmittag das Urteil erwartet. Unterdessen wurde bekannt, dass die Opferanwälte den 79-Jährigen laisierten Ordensmann wegen Wiederbetätigung angezeigt haben.

Am Vormittag wurde der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Zu den Plädoyers wird sie wieder zugelassen. Dann folgt die Beratung des Schöffengerichts und die Urteilsverkündung.

15 Jahre Haft drohen

Dem Angeklagten werden sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf insgesamt 24 ehemalige Schüler vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft. Eine wichtige Frage, die das Gericht zu klären hat, ist jene der Verjährung.

Angeklagter vor Gericht

ORF/Thomas Psutka

Wegen Wiederbetätigung angezeigt

In der Sachverhaltsdarstellung wegen Wiederbetätigung geht es um Äußerungen, die der Angeklagte gegenüber Zöglingen gemacht haben soll wie „Ich hol‘ die Pumpgun und erschieß Dich, Du Jud!“ oder „Ihr seid lebensunwertes Leben, das auszumerzen ist“. Zudem soll er demnach eine „Geheime Stiftspolizei“ (GeStiPo) gegenüber den Zöglingen erwähnt haben.

Der heute 79-Jährige soll demnach auch einen SS-Dolch mit der Gravur „Meine Ehre heißt Treue“ besessen und Schülern gezeigt haben. Gegen unbekannte Täter richtet sich der Vorwurf, dass im Stiftsinternat von Hakenkreuz-Tellern gegessen worden sei. Ein Teil dieser Beschuldigungen war bereits im Zuge eines Zivilverfahrens gegen das Stift, das immer noch anhängig ist, bekannt geworden.

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