Neue Konkurrenz für die Post

Die Post bekommt in Oberösterreich bald auch bei der Briefzustellung private Konkurrenz. Die Medienvertrieb Oberösterreich GmbH will im Frühjahr 2012 im Raum Linz, Wels und Steyr adressierte Postsendungen zustellen. 47 Prozent der Haushalte sollen erreicht werden.

Bisher hat das Unternehmen bereits unadressierte Werbesendungen und Zeitungen in Oberösterreich zugestellt. Jetzt fasst man auch die Zustellung von adressierten Briefen ins Auge. Im Frühjahr soll zuerst in Linz und dann im oberösterreichischen Zentralraum gestartet werden. Damit könne man bis zu 250.000 Haushalte oder knapp die Hälfte aller Oberösterreicher versorgen.

Unternehmen verspricht günstigere Preise

Auch preislich will der private Konkurrent die Post herausfordern: Die Tarife sollen 15 bis 20 Prozent unter denen des bisherigen Monopolisten liegen. Als Erstes werde man sich an Firmenkunden richten, erklärt Geschäftsführer Walter Stadler. Bei Stammkunden werde die Post in einer täglichen Runde eingesammelt, unregelmäßige Versender könnten per E-Mail die Abholung anfordern, erklärte Stadler das Prozedere.

Später soll dann die „Ausbaustufe Privatkunden“ folgen. Dabei seien Briefkästen geplant. Der Verkauf von Briefmarken könnte bei Trafiken oder über Automaten erfolgen. Die Medienverband Oberösterreich GmbH habe als bisher größter Anbieter von der Regulierungsbehörde RTR eine von derzeit drei Konzession für die Beförderung von adressierten Briefen erhalten. Derzeit versorgt das Unternehmen etwa 300 Kunden. Zur Belegschaft zählen rund 200 Mitarbeiter, darunter 170 Zusteller.