Burg Altpernstein im Wald am Berg

„9 Plätze 9 Schätze“: Burg Altpernstein ist Landessieger

In der ORF-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ werden vor dem Nationalfeiertag wieder Österreichs schönste Plätze gesucht. Plätze, die bisher eher als Geheimtipp galten. In Oberösterreich hat nun die Burg Altpernstein das Rennen für sich entschieden.

Die Burg Altpernstein im Kremstal fasziniert aufgrund ihrer gut erhaltenen Details, aber auch, weil sie renoviert wurde und somit das mittelalterliche Flair mit jedem Schritt spürbar wird. Jetzt ist sie im Finale um den schönsten Platz Österreichs, das am Nationalfeiertag in ORF2 ausgetragen wird.

Burg Altpernstein im Wald am Berg

Von den Burgen aus wurde im Mittelalter die nähere oder weitere Umgebung verwaltet. Die Besitzer der Burg hatten Macht über das umliegende Land und dessen Bevölkerung. Burgen boten den Menschen aber auch Schutz im Falle von Kriegen oder Überfällen. Auf den Burgen lebten oft die so genannten Ministerialen; das waren halbfreie Dienstleute, die als berittene Kämpfer oder Beamte immer wichtigere Aufgaben übernahmen. Häufig erhielten sie vom Grundherren auch Land übertragen. So konnten sie selbst zum niederen Adel und (ab dem 12 Jahrhundert) zu Rittern aufsteigen.

Wunderbare Aussicht auf das Kremstal

Die Burg Altpernstein hat schon eine wirklich lange Geschichte: Sie existiert seit 1.000 Jahren. Sie liegt idyllisch mitten im Wald auf einer Höhe von 900m mit einer wunderbaren Aussicht auf das Kremstal und die umliegende Bergwelt. 2019 wurde sie renoviert – Ihren mittelalterlichen Charme hat sie dadurch aber nicht verloren.

Burg Terrasse Rudolf Rohrleitner
Rudolf Rohrleitner

1629 erwarb das Benediktinerstift Kremsmünster die Burg und verpachtete sie 1948 an die Diözese Linz. Seit dieser Zeit wird sie als Impuls- und Bildungszentrum für die Katholische Jugend genutzt.

Die Burg ist im Wesentlichen so erhalten, wie sie damals gebaut bzw. umgebaut oder erweitert wurde. Der hohe schlanke Westgiebel und die abwechslungsreiche Ostseite weisen auf den gotischen Ursprung hin und der älteste Teil auf der Westseite lässt schwer die Reste des Burgfrieds als solchen erkennen. Die rund 1000-jährige Burg Altpernstein wurde frisch renoviert und im Mai 2020 als Burghotel eröffnet.

Marienkapelle Burg Altpernstein
Helena Wimmer

Gut erhaltene Details

Man betritt die Burg heute über eine Steinbrücke . Einst war es eine Zugbrücke. Die Torflügel, früher das Innentor, sind mit alten Harnischen (1638) beschlagen. Im schmalen, hohen Innenhof aus der Zeit der Frührenaissance sind Sgraffitos (Wandmalereifenster) und ein reizvoller Marmorbrunnen (1607) mit dem Denkmal des letzten Jörgers (Karl) zu sehen. Der Rittersaal mit seiner ca. 200 Jahre alten Holzdecke und die Burgkapelle (1340) mit der spätgotischen Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert und seiner reichen Stuckverzierung aus der Zeit um Burgen, auch diese, waren reine Zweckbauten. Daher findet sich in ihnen meist nicht viel künstlerischer Dekor. Dies war auch am Anfang bei Pernstein der Fall. Als dieses jedoch wohnlicher gestaltet wurde, schuf ein Steinmetzmeister aus Spital am Pyhrn 1607 den hübschen rotmarmornen Wandbrunnen. All diese schönen Details finden heute noch von den Besucherinnen und Besuchern große Bewunderung.

Micheldorf_Burg_Altpernstein_Hof_mit_Marmorbrunnen

Mittelalterliche Apotheke

Im Mittelalter war es für die Bewohner einer Burg entscheidend, in Ausnahmesituationen möglichst unabhängig zu sein. Bei Krankheiten, Verletzungen und anderen Notfällen war man damals noch fast völlig auf die Heilkraft verschiedener Pflanzen angewiesen. Zwar gibt es in unserer unmittelbaren Umgebung noch Pflanzen, deren Vorfahren einst in den Burgen, Schlössern und Klöstern kultiviert wurden. Man findet sie noch immer, diese lebendigen Spuren der Vergangenheit sobald der Blick dafür etwas geschärft ist. Holunder und Feuerlilien findet man hier noch reichlich. Holunder, bestens geeignet als Mittel gegen Schnupfen und Husten oder auch die Feuerlilie. In reinem Alkohol konserviert, wurden sie als eine Art Schnellverband bei Verletzungen benutzt.

9 Plätze – 9 Schätze: Die Burg Altpernstein

Die Burg Altpernstein im Kremstal fasziniert aufgrund ihrer gut erhaltenen Details, aber auch, weil sie renoviert wurde und somit das mittelalterliche Flair mit jedem Schritt spürbar wird. Die rund 1.000-jährige Burg Altpernstein wurde im Mai 2020 als Burghotel eröffnet.

Ausgezeichnet: Die Wiesen von Altpernstein

Die 2,5 Hektar umfassenden „Halbtrockenrasen“ sind Lebensraum für unzählige Pflanzenarten, wie beispielsweise seltene Orchideenarten, Akelei, Trollblume, Türkenbund, Feuerlilie und noch viele mehr. Sie werden seit über 30 Jahren von Franz Xaver Wimmer, einem langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Burg und seinem Team gepflegt. Gemäht wird erst nach der Blüte, teilweise erst im Spätsommer: Dadurch können sich auch die Schmetterlinge „entfalten“. Würden diese Wiesen nicht gepflegt, verwalden sie binnen weniger Jahre, wird gedüngt oder zu früh abgemäht, ist’s vorbei mit der Artenvielfalt. Erfreulich ist vor allem, dass dadurch wieder alte Pflanzenarten da sind, die rund 100 Jahre ausgestorben’ waren.

Burg Altpernstein_3_Cityfoto, Simlinger, Pelzl
Cityfoto/Simlinger, Pelzl

Nun steht der Landessieger mit der Burg Altpernstein fest. Das Finale mit allen anderen acht Teilnehmern aus den Bundesländern findet am Nationalfeiertag um 20.15 Uhr in ORF2 statt.