50 Jahre Landesstudio
ORF
ORF

Serie: 50 Jahre Landesstudio – Harmonie

24 Stunden Radio und Fernsehen aus dem Studio sind heute selbstverständlich, Mitte der Achtziger war das noch anders. Da gab es noch einen Sendeschluss.

Sendehinweis:
„Oberösterreich heute“
Montag, Mittwoch, Freitag
26.8.22 – 6.10.22

Einen Spiegel als Geschenk bekamen damals die Hörerinnen und Hörern, als sie den sogenannten Harmonie-Tag von Radio Oberösterreich in Garsten besuchten. „Harmonie“ war eine Radiosendung in den Achtzigerjahren. Mit dieser Sendung erkannte Landesintendant Hannes Leopoldseder schon damals den Trend hin zu esoterischen Themen und Lebensberatung.

Reinhard Waldenberger, Gisela Schreiner
ORF

Der Harmonie-Tag 1987 von Radio Oberösterreich in Garsten ließ Menschen über Kohlenteppiche gehen, berichtete über Geisterheilung und ließ prominente Gäste wie Schauspielerin Maria Schell oder Schlagerstar Rex Gildo zu Wort kommen. Sie erzählten, warum sie positiv denken. Maria Schell damals: „Es ist ein Gutsein bis in die Mitte des Herzens, und das ist sehr, sehr schwer.“

„Arche Noah“ wiederum trug der aufkeimenden Umweltbewegung Rechnung. Für die Jugend gab es „7 vor 7“, für die Älteren den „Radioclub“ oder „Tanzmusik auf Bestellung“ mit Uschi Christl, Reinhard Waldenberger und Wolfgang Gabler. In „Aus dem Land – für das Land“ mit Helmut Obermayr fand sich das Radiopublikum mit Anrufen und verlesenen Briefen wieder.

Außensendung
ORF

Weitum bekannt waren auch die ORF-Messestudios in Wels und Ried, aus denen eine ganze Woche lang live über das bunte Treiben, die Aussteller und Besucher berichtet wurde. Auch eine Talenteshow des ORF wurde angeboten, bei der Messebesucher ausprobieren konnten, wie sie vor der Kamera wirkten.

Nachrichten nur dreimal am Tag

Und Nachrichten gab es in den Siebzigern und Achtzigern nur dreimal am Tag, so der ehemalige Chefredakteur Franz Rohrhofer: „Wir hatten die Frühsendung, das war eine vorbereitete Sendung vom Vorabend, die man dem Sprecher in die Mappe gelegt hat. Dann hatten wir eine relativ kurze Mittagssendung, und die Hauptsendung war am Abend um 18.45 Uhr. Da gab es auch die Konkurrenz des Fernsehens noch nicht so wie heute.“

Um Mitternacht war Sendeschluss

Und noch etwas Spezielles brachten diese Jahrzehnte: das Radioprogramm lief noch nicht 24 Stunden. Peter Csombai, ehemaliger Tonmeister: „Um Mitternacht spätestens war Schluss, Sendeschluss. Noch die Bundeshymne abspielen, und dann war es aus.“

Greta Hauptmann – eine der bekannten Stimmen des ORF Oberösterreich – sprach damals ab den Siebzigerjahren den berühmten Sendeschluss: „Verehrte Hörer, Radio Oberösterreich beendet nun sein Programm. Wenn Sie weiter Radio hören wollen, schalten Sie bitte auf Ö1 oder Ö3. Wenn Sie sich nun zur Ruhe begeben wollen, wünschen wir Ihnen eine gute Nacht. Wir melden uns wieder um 5.00 Uhr früh.“

50 Jahre: Harmonie und Sendeschluss

In der Serie „50 Jahre“, über die Geschichte von Radio und Fernsehen in Oberösterreich, geht es diesmal um den Konsum der beiden Medien und um die erste Umweltsendung und um Geisterheilungen in Radio Oberösterreich.

Eine Produktion des Landesstudio Oberösterreich.

Gestaltung: Gernot Ecker
Schnitt: Tanja Obermüller
Kamera: Michael Schindlinger