Zum zehnten Todestag von Gertrud Fussenegger

Mit ihrem 1951 erschienenen Roman „Das Haus der dunklen Krüge“ setzte Gertrud Fussenegger ein starkes Zeichen als große Erzählerin. Am kommenden Samstag widmet sich „Premiere“ der vor zehn Jahren verstorbenen Autorin und zwei ihrer bekanntesten Werke.

Sendungshinweis:

„Premiere – Literatur. Lebensart. Livemusik“, 16.3.19, 19.03 Uhr

Gertrud Fussenegger lebte von 1961 bis zu ihrem Tod am 19. März 2009 in Leonding (Bezirk Linz-Land). Geboren wurde sie am 8. Mai 1912 in Pilsen. Väterlicherseits stammte sie aus einer K&K-Offiziersfamilie, die Mutter gehörte einer Pilsener Bierbrauerdynastie an.

2008 gratulierten Landtagspräsidentin Angela Orthner, Vorsitzende des Kulturvereines Heinrich-Gleißner-Haus  und Alfred Pittertschatscher, Vorsitzender des Künstlerischen Beirats zum 96. Geburtstag
Land OÖ
2008 gratulierten Landtagspräsidentin Angela Orthner, Vorsitzende des Kulturvereines Heinrich-Gleißner-Haus und Alfred Pittertschatscher, Vorsitzender des Künstlerischen Beirats zum 96. Geburtstag

Kindheit von Monarchie geprägt

Die Kindheit Fusseneggers war von der Monarchie geprägt, und dieser Einfluss war auch wesentlich in ihren Arbeiten spürbar. „Die Vergangenheit blüht aus jedem Eck“, sagte die Schriftstellerin einst in einem Interview. Das Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Innsbruck und München war nahezu eine logische Folge. Die unwiderstehliche Neigung zum Erzählen basierte auf der großen Hingabe und Faszination, mit der die Autorin bereits als Kind die Legenden rund um Heilige in sich aufnahm.

Gertrud Fussenegger: „Heiligengeschichten haben mich immer tief berührt“

Werke in elf Sprachen

Gertrud Fussenegger hinterließ ein umfangreiches literarisches und vielfach prämiertes Werk, das Gedichte und Erzählungen, Romane und Essays, Hörspielen und Theaterstücke umfasst. 60 Bücher, erschienen in 25 Verlagen, übersetzt in elf Sprachen – das ist Fusseneggers literarische Werksbilanz. Die Autorin verfügte über eine breit gefächerte Leserschaft, und bis ins hohe Alter agierte sie als ausgezeichnete Rezitatorin ihrer Werke. Anlässlich des zehnten Todestages legt nun der Verlag LangenMüller Fusseneggers großen Roman „Das Haus der dunklen Krüge“ neu auf.

Familien-Epos der K&K-Zeit
Das „Haus der dunklen Krüge“ ist ein Haus der Vergangenheit. Es hat viele Kammern und Keller, viele Treppen, die in die Tiefe führen, zu verlassenen Gewölben und verschütteten Brunnen - und es spielt sich in diesem Haus eine groß angelegte Familiengeschichte aus der K&K-Zeit ab. Marie und Balthasar Bourdanin kennen sich seit Kindertagen. Endlich führt Balthasar nach langem Werben die Braut in die Gemächer des Vaterhauses, in dem noch die Mutter des Bräutigams lebt und ein reges Familienleben herrscht. Daran soll nun auch die zögerliche junge Frau des Hauses, Marie, tatkräftig teilhaben.

Leseprobe

2001 erschien als Folgeroman zu „Das Haus der dunklen Krüge“ das Buch „Bourdanins Kinder“. Die Geschichte der Familie Bourdanin und ihrer Protagonisten findet hier ihre Fortsetzung. Balthasar Bourdanin, nach dem Tod von Marie erneut verheiratet, spielt auch hier eine Rolle. Die Literaturstunde „Premiere“ präsentiert ausführliche Leseproben aus beiden genannten Romanen, die von der Schauspielerin Lisl Schmidt gelesen werden.

Literatur und Musik in „Premiere“

Jeden ersten und dritten Samstag steht „Premiere – Literatur. Lebensart. Livemusik“ ganz im Zeichen der Literatur. An allen anderen Samstagen heißt es in der Sendung „Ton ab“ für Musik gewidmet. Die Musikredaktion von Radio OÖ stellt dazu das Beste aus Liveauftritten von Künstlern zusammen, die Musikgeschichte geschrieben haben.