Neues Image für Erdäpfel

Früher wurden sie als Arme-Leute-Essen bezeichnet, heute entwickeln sie sich immer mehr zum Liebling der Feinschmecker: die Erdäpfel. Dank findiger Landwirte erhält das alte Gemüse ein neues Image. Die unterirdischen Knollen sind längst weit mehr als nur eine Beilage.

Kartafla sagen die Isländer, Härdöpfli nennen sie die Schweizer, Kartoffel die Deutschen. Von „Tartuffel“ über „Artuffel“ und „Artoffel“ wurde schließlich aus der italienischen Bezeichnung für Trüffel die Kartoffel. Mit nur 70 Kilokalorien pro 100 Gramm enthalten Erdäpfel weit weniger Kalorien als die gleiche Menge Brot, Reis oder Nudeln. Sie bestehen nämlich zu 80 Prozent aus Wasser.

„In der Vergangenheit war das Image der Erdäpfel nie besonders gut. Jetzt steigt aber ihre Bedeutung - auch durch Wissen, das sich die Konsumenten angeeignet haben“, erklärt Manfred Schauer, Obmann der Eferdinger Land-Erdäpfel.

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Am meisten Erdäpfel werden in Kärnten und Tirol gegessen. Oberösterreich rangiert im Bundesländervergleich an fünfter Stelle - Tendenz steigend. Stärkstes Erdäpfelanbaugebiet ist Niederösterreich, gleich dahinter kommt aber schon Oberösterreich. Auf einer Fläche von 2.200 Hektar werden hierzulande Erdäpfel angebaut.

Bunte Erdäpfel aus Eferding

Ziemlich bunt treiben es die Eferdinger: Sie setzen auf alte Sorten wie „Rote Emma“ und „Blauer Schwede“: „Diese alten Sorten schmecken noch etwas nussiger und herber, und wir wollen den Konsumenten ein neues Geschmackserlebnis geben. Darum haben wir diese Sorten wieder angepflanzt - wobei man sagen muss, dass die Erträge noch sehr bescheiden sind. Wichtig ist aber vor allem das Geschmackserlebnis“, so Schauer.

Bunte Erdäpfel
ORF
Alte Sorten bringen ein neues Geschmackserlebnis

Zeichen für die Jugend

Mit den Eferdinger Land-Erdäpfeln, den Sauwald Erdäpfeln und den Mühlviertler Granitland-Erdäpfeln haben sich bereits drei Marken einen Namen gemacht. Damit soll auch ein Zeichen an die Jungen gesetzt werden, erklärt Franz Hauder, Obmann der Mühlviertler Granitland-Erdäpfel.

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Schnapsproduzenten aus St. Aegidi

Für frischen Wind in der Erdäpfel-Landschaft sorgt ein Jungbauer aus St. Aegidi. Er lässt in Taufkirchen an der Pram sortenrein brennen und produziert Wodka. Die ersten Versuche im Jahr 2003 misslangen. Daraufhin wurde das Leaderprojekt „Erhöhung der Wertschöpfung aus Erdäpfel“ gestartet, so Eduard Paminger, Obmann der Sauwald-Erdäpfel:

Sendungshinweis

„Oberösterreich heute“, Sendung vom 20.2.12

„Wir sind im Zuge dieses Projekts auch nach Schweden gereist und haben uns dort informiert. Meinen Sohn hat die Idee, aus sortenreinen Erdäpfeln Wodka herzustellen, nicht mehr losgelassen.“