Flugzeugabsturz: Ursache noch unklar

Vollkommen unklar ist noch die Ursache des Absturzes der Boeing 737-800MAX in Äthiopien, bei dem drei Ärzte, die in Linz und in Steyr beschäftigt waren, ums Leben kamen. In China dürfte der Maschinentyp vorerst nicht mehr starten.

Ursprünglich wollte der Boeing-Pilot noch zurückfliegen - was nur äußerst selten vorkommt, so Markus Pohanka von der Flugsicherungsbehörde Austro Control: „Wenn ein Pilot nach dem Start feststellt, dass es ein technisches Problem gibt, oder ein Passagier erkrankt und es eben unmöglich wird, den Flug fortzusetzen, dann wird seitens der Flugsicherung dieser Maschine Vorrang gewährt.“ Andere Maschinen würden dann im Notfall etwa auf andere Flugrouten geleitet werden, „damit der Flieger so rasch wie möglich wieder zurückfliegen kann“, erklärt Pohanka.

Landeshauptmann Stelzer zum Flugzeugabsturz

Nach dem Flugzeugabsturz in Äthiopien gerät der US-Hersteller Boeing unter Druck. Die chinesische Luftfahrtaufsicht CAAC ordnete den heimischen Fluggesellschaften am Montag an, ihre Maschinen des Boeing-Typs 737 Max vorerst nicht mehr einzusetzen. Mit diesem Schritt solle die Flugsicherheit gewährleistet werden. Die CAAC will nun Boeing und die US-Behörden kontaktieren.

Startverbot für Maschinen

Auch Ethiopian Airlines erteilte allen baugleichen Maschinen ein Startverbot. „Auch wenn wir die Unglücksursache nicht genau kennen, haben wir uns entschlossen, diese Maschinen als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme am Boden zu belassen“, hieß es in einer Mitteilung am Montag. Mehr dazu in „China untersagt Einsatz von Boeing-Modell“ (news.ORF.at)

Absturz
AP
Die Maschine stürzte wenige Minuten nach dem Start ab

Ein Sprecher des Ordensklinikum Linz - zu dem die Krankenhäuser der Elisabethinen und Barmherzigen Schwestern gehören - bestätigte dem ORF OÖ am Sonntagabend, dass einer der Ärzte im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern gearbeitet hat. Ein weiteres Opfer stammt aus Wieselburg (NÖ) und arbeitete im LKH Steyr, bei dem dritten Arzt soll es sich um einen Wiener handeln, der in einem Linzer Krankenhaus tätig war.

Flugzeugabsturz: Drei Österreicher unter Toten

ZIB 17.00 Uhr: Bei dem Absturz eines Flugzeugs der Ethiopian Airlines sind laut der Fluglinie auch Österreicher ums Leben gekommen.

Tiefe Trauer herrschte am Montag im Landeskrankenhaus Steyr. Das Spital wurde am Vormittag schwarz beflaggt. Der laut Außenministerium in Niederösterreich geborene 31-jährige Mediziner machte seit Herbst 2018 eine Facharztausbildung am Landeskrankenhaus Steyr. „Die Betroffenheit in der Abteilung und im Haus ist groß. Der Kollege war erst seit kurzem bei uns tätig, war aber aufgrund seiner menschlichen Qualitäten schnell in das Team integriert und wurde im Haus und an der Abteilung sehr geschätzt“, so der ärztliche Direktor Michael Hubich in einer Presseaussendung. Jeder Kollege, der Unterstützung benötige, könne die Hilfe eines Kriseninterventionsteams in Anspruch nehmen, betonte er.

Sechs Minuten nach Start abgestürzt

149 Passagiere und acht Crew-Mitglieder waren Sonntagvormittag an Bord der Maschine, die von Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias, unterwegs war. Sechs Minuten nach dem Start stürzte die Boing 737 ab. Das Flugzeug sei erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen, so die Verantwortlichen der Ethiopian Airlines.

Tiefer kommenden Flugzeug aufgenommen
EBU/Reuters
Die immer tiefer fliegende Maschine wurde von vielen beobachtet

Passagiere aus 30 Ländern

An Bord waren Passagiere aus mehr als 30 verschiedenen Nationen. Laut Angaben der äthiopischen Behörden gab es keine Überlebenden. Peter Guschelbauer, der Sprecher des Außenministeriums, berichtete, dass auch drei Ärzte aus Oberösterreich an Bord dieser Maschine waren.

Die Fachärzte sind laut Guschelbauer zwischen 30 und 40 Jahre alt, und sollen aus beruflichen Gründen nach Sansibar weiterreisen. Die Familien der Mediziner seien bereits verständigt worden, hieß es.

Große Anteilnahme

Zu Wort gemeldet hat sich Bundespräsident Alexander Van Der Bellen: „Die Nachricht vom Flugzeugabsturz in Äthiopien ist bestürzend“, so das Staatsoberhaupt über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kondolierte in Sozialen Netzwerken:

„Das Wichtigste ist jetzt, die Familien und Hinterbliebenen in diesen schweren Stunden zu unterstützen. Ich bin dazu bereits in Kontakt mit der Außenministerin“, hielt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) fest.

Sein Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) reagierte ebenfalls betroffen: „Die Anteilnahme in diesen schweren Stunden gilt den Angehörigen, Freunden und Kollegen.“

„Die Nachricht hat mich tief betroffen gemacht. Mein ganzes Mitgefühl gilt in diesen Stunden den Familien und Freunden der verunglückten Ärzte“, so SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer.

Die Landessprecherin der Grünen, Maria Buchmayr, drückte im Facebook ihre Anteilnahme aus:

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