Der Traunfall in „9 Plätze, 9 Schätze“

Um das Naturschauspiel eines Wasserfalls beobachten zu können, muss man nicht rund um die Welt reisen – schon der Traunfall in Oberösterreich raubt einem mit dem tosenden Wasser, das in die Tiefe rauscht, den Atem.

So finden Sie zum Schatz

Anreise
Auto: A1, Ausfahrt Laakirchen West, B144 Richtung Roitham-Traunfall

Bahn: Bis Lambach, dann weiter mit dem Bus Richtung Altmünster bis Roitham

Kontakt
Roitham am Traunfall
Gemeindeplatz 9
4661 Roitham

Der enge, tief eingeschnittene Talbereich der Traun zwischen Gmunden und Lambach ist ein »Natura-2000-Europa«-Schutzgebiet. Folgt man den Tafeln »Wanderweg Traunfall«, so erreicht man auf dem linken Ufer die Terrasse der steil abwärtsführenden, jahrhundertealten, bis 1925 dem Verkehr dienenden Traunfallstraße. Man befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Desselbrunn. Von diesem Weg aus öffnet sich die Sicht auf den hinter den Fallklausen beginnenden canyonartigen, zerklüfteten Einbruchsgraben, der sich nahezu 600 Meter weit flussabwärts erstreckt. Der eigentliche »Traunfall«, wie er einst von naturbegeisterten Literaten beschrieben und in vielen Bildern festgehalten wurde, der sogenannte Wilde Fall, entstand dort, wo der Graben sich zu einem Kessel erweitert, ehe er sich wieder zu einer Klamm verengt.

Traunfall

ORF

Über diese hinweg führte die alte, echte Traunfallbrücke, eine Holzbrücke. Von dieser Brücke aus sah sich der Betrachter dem Halbrund der stürzenden Wassermassen gegenüber, er spürte die aufsprühende Gischt, in der das Sonnenlicht sich in die Farben des Regenbogens wandelte, er war eingehüllt in ohrenbetäubendes Donnern und Tosen.

Weg über die Brücke galt als Mutprobe

Sendungshinweis

„Oberösterreich heute“, 25.9.17

Wo einst die alte Floßgasse entlangführte, befindet sich heute der neue Triebwerkskanal des Kraftwerkes. Erhalten geblieben sind noch das alte Klausmeisterhaus, die Herberge, die Schiffsleutkapelle sowie die steinernen Pfeiler der bis Mitte der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts noch benützten Holzbrücke über die Traun. Ihr Zustand war schon sehr schlecht, es gab kein Geländer mehr, und über die Brücke zu gehen, galt als Mutprobe. Der Weg hinunter zu dieser ehemaligen Holzbrücke, der sogenannte Traunfallweg, wurde wieder begehbar gemacht.

„9 Plätze, 9 Schätze“: Traunfall

Heute liegt die Bedeutung der Gefällestufe in der energiewirtschaftlichen Nutzung oberhalb der Traunfallbrücke durch das Kraftwerk Siebenbrunn der Papierfabrik Steyrermühl und unterhalb der Brücke durch das Traunfallkraftwerk der Energie AG. Das Wehr, die Schleusen und der Wasserkanal sowie das Kraftwerk selbst haben den Charakter des Traunfalls sehr verändert und oft auch wasserlos gemacht. Die Mühle und das Sägewerk am Fuß des Traunfalls sind verschwunden.

Der Traunfall

ORF

Kraftwerkspläne an der Traun sahen in den Sechzigerjahren mehrere Staustufen vor, die jedoch nicht verwirklicht wurden. Damit wurde die Traunschlucht zwischen Gmunden und Lambach mit dem Traunfall in seiner wildromantischen Schönheit erhalten.

Die Angst vor dem wilden Fall

Wenn man auf der neuen Brücke steht, sieht man flussabwärts den Traunfall, die Gastwirtschaft »Hubertushof« und das altehrwürdige Kirchlein zum Heiligen Nikolaus, über dessen Erbauung in alten Urkunden von 1493 und 1939 allerlei berichtet wird: Da es zuweilen vorkam, dass die Fahrzeuge der Holzflößer und die Salzzillen in den »Wilden Fall« hinabgerissen wurden und zerschellten, erbauten fromme Salzschiffer das Kirchlein und stifteten eine heilige Wochenmesse, um sich eine glückliche Fahrt durch den Fall – also die Schlucht– zu sichern.

Der Traunfall

Siegfried Buchegger

Wer gar das Glück hat, in einer Mondscheinnacht um den »Chorinskystein« zu fahren, dem fallen beim Plätschern des Ruders noch die alten Geschichten von den Traunreitern ein. Sie mussten mit ihren Pferden beladene Schiffe flussaufwärts ziehen und sollen an der engen Stelle des Chorinskysteins und vor dem »Rabenstein« besonders viel geflucht haben, deshalb hört man in schaurigen Nächten den Teufel noch fluchen. Um ihn zu bannen, setzte man dort ein Kreuz auf den Felsen.

Wandern mit Taucherbrille

Zum Traunfall zieht es aber nicht nur naturbegeisterte Wanderer, sondern auch Taucher, die ihr Abenteuer unter Wasser suchen. In diesem kristallklaren Gewässer lässt es sich wunderbar scuben – eine Mischung aus Hydrospeed und Flussschnorcheln. Mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen erkundet man die faszinierende Unterwasserwelt des glasklaren Flusses. Bei diesem neuen Trend lässt man sich die Traun abwärts treiben. Die Traunfall-Tour ist etwa vier Kilometer lang und ist bei fast jedem Wasserstand möglich.

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