Österreich-Bild: 4 Höfe, 4 Viertel, 4 Jahreszeiten

Unter der Titel „4 Höfe, 4 Viertel, 4 Jahreszeiten“ steht die Sendung Österreich-Bild am Sonntag, dem 22. April 2018 aus dem ORF Landesstudio Oberösterreich. Gestalter Otmar Schrott macht dabei eine Reise durch alle vier Jahreszeiten.

Der sogenannte „Vierviertelblick“ in Waldkirchen am Wesen kennzeichnet einen ganz besonderen Aussichtspunkt in Oberösterreich. Von dort aus genießt man den Blick in alle vier Viertel, in die Oberösterreich traditionellerweise eingeteilt wird – das Traunviertel, das Hausruckviertel, das Mühlviertel und das Innviertel. In jedem dieser Viertel haben sich nach Ansicht von Volkskundlern wegen des differenzierten Klimas, der unterschiedlichen Landwirtschaft und der regional verfügbaren Baumaterialien jeweils typische Bauernhofformen entwickelt. Auf eine Reise zu solchen Höfen und ihren Bewohnern lädt Gestalter Otmar Schrott durch alle vier Jahreszeiten in einem ÖSTERREICH-BILD aus dem Landesstudio Oberösterreich.

Die vier typischen Hofformen in Oberösterreich

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Die vier typischen Hofformen in Oberösterreich (links oben: Innviertel – Vierseithof / rechts oben: Mühlviertel – Dreiseithof / links unten: Hausruckviertel – typischer Hausruckhof / rechts unten: Traunviertel – Vierkanthof).

Im Frühling beginnt die Dokumentation im jüngsten Viertel Oberösterreichs, dem Innviertel. Erst 1816 sind aus den Innbayern die Innviertler geworden, weil beim „Wiener Kongress“ diese Region Österreich zugesprochen wurde. Charakteristisch für diese Region ist der „Vierseithof“. Er besteht aus vier freistehenden Gebäuden, die durch Tore und Mauern miteinander verbunden sind, mit einem Hof in der Mitte, so wie der Brunnbauerhof in Andorf.

Der "Brunnbauerhof" in Andorf im Jahr 1929.

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Der „Brunnbauerhof“ in Andorf im Jahr 1929.

Dieser Bau aus dem Jahr 1532 wurde zu einem prächtigen Freilichtmuseum umgestaltet. Bewohnt hingegen ist der Hof des Künstlerehepaars Sigrid Kofler und Thomas Wiederkehr in Eberschwang. 40 Mal ist der Bildhauer umgezogen, bis er und seine Frau diesen alten Bauernhof gefunden und liebevoll renoviert haben. Jetzt verfügen die beiden über 2.400 Quadratmeter überdachte Fläche und halten Alpakas.

Die „Pramtaler Saitenmusi“ aus dem Innviertel bei Dreharbeiten im Freilichtmuseum „Brunnbauerhof" in Andorf.

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Die „Pramtaler Saitenmusi“ aus dem Innviertel bei Dreharbeiten im Freilichtmuseum „Brunnbauerhof" in Andorf.

Der Sommer führt durch das Traunviertel, das nach dem längsten Fluss Oberösterreichs benannt ist. Es ist typisch für seine wehrhaft wirkenden Vierkanthöfe, wie dem „Meierhof“ des Stiftes Sankt Florian. Der Landwirt Volker König hat sich hier der so genannten Demeter-Landwirtschaft verschrieben, die unter anderem auf chemisch-synthetisch hergestellte Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet. In St. Florian steht auch der größte Vierkanter Oberösterreichs, der sogenannte „Jahreszeitenhof“. Zwölf große Tore und 365 Fenster kennzeichnen dieses imposante Gebäude. Sein Besitzer, der Landwirt Karl Falthansl-Scheinecker, leidet aber trotz der enormen Gebäudegröße an Platzmangel.

Mühlviertler Hofeingang

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Mühlviertler Hofeingang

Im Herbst macht das Filmteam des ORF Oberösterreich im Hausruckviertel Station. Der Hausruckhof, auch „Doppeleinspringer“ genannt, gilt hier als typische Hofform. Die sinkende Zahl an landwirtschaftlichen Betrieben lässt immer mehr Höfe leer stehen. Sie drohen zu verfallen. Solch einen Hof in Peuerbach, der damals an eine Ruine erinnerte, haben der international bekannte Maler und Grafiker Manfred Hebenstreit und seine Frau Billa übernommen. Sie schildern wie sie diesem Gebäude neues Leben eingehaucht haben.

Der Innenhof des Freilichtmuseums Pelmberg in Hellmonsödt im Mühlviertel, das erste Mal 1325 beurkundet.

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Der Innenhof des Freilichtmuseums Pelmberg in Hellmonsödt im Mühlviertel, das erste Mal 1325 beurkundet.

„Bei uns ist es einen Rock kälter“, sagen die Mühlviertler nicht nur im Winter über ihr Viertel, das nördlich der Donau beginnt und bis zur deutschen sowie zur tschechischen Grenze reicht. Vor allem der Granit verleiht den Bauernhöfen dieses Viertels – es sind Dreiseithöfe – den typischen Charakter. Erbaut aus Granitfeldsteinen erinnern diese Höfe an gescheckte, weiße Pferde, denn die größeren Mauersteine bleiben unverputzt. In Pelmberg in Hellmondsöd bilden zwei benachbarte Höfe ein eindrucksvolles Ensemble. Einer der beiden Höfe war bereits bis auf die Grundmauern abgebrannt, wurde aber von der Familie Woisetschläger im alten Stil wieder aufgebaut. Der benachbarte Hof, der bereits 1432 erwähnt wurde, ist heute Freilichtmuseum und zeugt schließlich vom Überlebenskampf vergangener Tage.

„4 Höfe, 4 Viertel, 4 Jahreszeiten“
ÖSTERREICH-BILD am Sonntag, 22. April 2018 um 18.30 Uhr in ORF 2.

Eine Produktion des ORF Landesstudio Oberösterreich.

Gestaltung: Otmar Schrott
Kamera: Michael Schindlinger, Herbert Luger und Michael Leumüller
Ton / Licht: Martin Danter
Schnitt: Ute Hackl
Sprecherin: Mercedes Echerer
Fotos (honorarfrei): ORF Oberösterreich