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MO | 22.03.2010
Hochofen (Bild: APA)
WIRTSCHAFT
Sozialminister für Arbeitszeitverkürzung
Im Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit setzt Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verstärkt auf Solidarität der Beschäftigten: Wer Arbeit hat und bereit ist, kürzer zu arbeiten, könnte dadurch Arbeitsplätze sichern.
Stärker forciert werden soll daher das bereits seit 2001 bestehende aber bis jetzt kaum beachtete "Solidaritätsprämien-Modell" kurz "Soli-Modell" genannt. Mit Erfolg praktiziert wurde das Modell bis jetzt nur von der Voest, die eine Ausweitung auf den gesamten Schichtbetrieb überlegt.

Schichtbetrieb wird reduziert
Seit 2005 haben am voerstalpine-Standort in Linz auf freiwilliger Basis bis jetzt rund 500 Beschäftigte ihre Wochenarbeitszeit im Schichtbetrieb von 38,5 auf 34 Stunden reduziert, so Voest-Sprecher Peter Schiefer. Im Gegenzug konnten an die 50 Arbeitskräfte beschäftigt werden.

Eigenes Schichtmodell geschaffen
Für die Beschäftigten wurde ein eigenes Schichtmodell geschaffen, dass durch die kürzere Arbeitszeit für die Betroffenen weniger Nachtschichten vorsieht. Als Lohnausgleich gibt es zwei Jahres lang eine Förderung vom Arbeitsmarktservice (AMS) bis maximal 50 Prozent des entfallenen Entgeltes.
Ein Beispiel
Ein Beispiel: Verdient ein Beschäftigter vorher 2.000 Euro und reduziert sich sein Gehalt durch die Arbeitszeitreduktion auf 1.500 Euro, zahlt das AMS maximal 50 Prozent der Differenz also 250 Euro dazu.

Außerdem übernimmt das AMS die Differenz der Dienstgeber- und Dienstnehmer-Beiträge zur Sozialversicherung, da der Arbeitgeber verpflichtet ist, weiter die vollen Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen.
"Ausweitung des Soli-Modells"
Bei der voestalpine kam das Modell bis jetzt erst am Standort Linz in der Kokerei und am Hochofen zum Einsatz. Nun wird überlegt das Modell im gesamten Schichtbetrieb anzuwenden, davon wären dann auch die Standorte Donawitz und Kapfenberg betroffen. Insgesamt kämen rund 4.500 Mitarbeiter in Betracht.

Um das Soli-Modell attraktiver zu machen wurden die Richtlinien erst im vergangenen Herbst geändert. Musste bisher ein Arbeitsloser als Ersatzkraft eingestellt werden, so können befristet bis 2011 auch freigesetzte ehemalige Unternehmensmitarbeiter, die im Rahmen eines Sozialplanes in einer Stiftung sind, wieder eingestellt werden. Gefördert wird auch die Einstellung von Lehrlingen.

"Irrsinnig vernünftiges Instrument"
Auch die Gewerkschaft befürwortet eine Ausweitung des Soli-Modells. Der Chef der Produktionsgewerkschaft pro.ge (früher Metallergewerkschaft) Reaner Wimmer sprach kürzlich im Gespräch mit dem "Kurier" von einem "irrsinnig vernünftigen Instrument, um durch die Krise durchzutauchen".

Das AMS hat im Vorjahr rund 200 Personen davon 150 bei der Voest gefördert. Für heuer ist dafür ein Budget von fünf Mio. Euro vorgesehen.
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Ihre Meinung zu diesem Thema
solidarität
humanic22, vor 41 Tagen, 6 Stunden, 27 Minuten
Unser Herr Szialminister setzt auf Solidarität der Beschäftigten.Wo ist die Solidarität der Regierung?(Erhöhung der Parteigelder,Besuch aller Events,Flugreisen des Präsidenten mit einer riesigen Wirtschaftsdelegation samt besichtigung der in Österreich geschlossene Firma von Hernn A. usw)
Die einen arbeiten sich krumm
seeigel, vor 41 Tagen, 17 Stunden, 57 Minuten
und die anderen haben keinen Job. Man trifft sich dann in der Psychiatrie je nachdem wegen Burnout oder Depression. Wir schaffen es hunderttausend Bilder auf einem winzigen Chip zu speichern und entschlüsseln die Gene längst ausgestorbener Tiere aber für eine vernünftige Aufteilung von Arbeit und Lohn sind wir zu dumm.
Karl da hast Recht!
holzmichl, vor 41 Tagen, 19 Stunden, 58 Minuten
Und wenn die Arbeitszeit von 40 auf 38 Stunden verkürzt wird, dann kann es sich kein Privater Betrieb leisten mehr Arbeiter einzustellen! (Nur staatl. Betriebe) Also muss die Arbeit in 38 Stunden erledigt werden. Wieder mehr Druck auf die Arbeitnehmer!
Noch NIE!
karl50, vor 41 Tagen, 20 Stunden, 17 Minuten
Wurde durch weniger Arbeiten mehr Arbeit geschaffen. Das Gegenteil müsste der Fall sein! Je mehr wie Arbeiten um so mehr Arbeit entsteht.
Schön!
bürger1, vor 41 Tagen, 20 Stunden, 27 Minuten
Was ich immer sage! Und wieder sagt ein Minister eines sogenannten Gestaltungsministeriums was. "Gesatklungsministerium" war damals der Versuch des Herrn Busengauer, die Regierungsbildungspleite der SP zu kaschieren. Ich Kanzler, Rest egal!
Nicht egal: Jetzt geben Euch die Basis-Roten die Gurke, weil Ihr mit deren Stimmen die geasamte (!) Staatsverwaltung an die VP verschachert habt. Halbe-Halbe ist o.k.! Aber eine Partei stellt den Kanzler am Papier und die andere den wirklichen mit allen relevanten Ministern? So nicht! Nieder mit Werner F.!
Gratis-Überstunden gesetzlich stoppen
guenther123, vor 41 Tagen, 20 Stunden, 58 Minuten
Ein gutes Mittel für die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen wäre das gesetzliche Verbot von Gratis-Überstunden. Viele Arbeitnehmer haben bereits einen All-Inclusive-Vertrag, der sie zu unbegrenzten und unbezahlten Überstunden verpflichtet, Zeitausgleich ist ebenfalls ausgeschlossen. Dies gehört endlich entschieden bekämpft. Nimmt mittlerweile schon die Form einer modernen Sklaverei an: entweder du machst 40 Überstunden pro Monat oder du fliegst.
Arbeitzeitverkürzung = Kurzarbeit
ladypower, vor 41 Tagen, 22 Stunden, 32 Minuten
die gibt's schon.
herm it der 30h woche bei
stmagic1113, vor 41 Tagen, 23 Stunden, 34 Minuten
vollem lohnausgleich, oder gerneralstreik......................

35h würden sich nach drei streiktagen schon ergeben.
Vor lauter guten Ideen
tomja12, vor 41 Tagen, 23 Stunden, 45 Minuten
hoffe ich nur das dann die Arbeitslosen nicht mehr arbeiten als beschäftigte
Weniger Nachtschichten...
tomedison, vor 41 Tagen, 23 Stunden, 57 Minuten
...ist für einen Schichtler super.
ABER aufpassen:
Wenn´s zuwenig sind fällt man aus dem Nachtschicht-Schwerarbeiter-Gesetz
und kann dann bis 65 Schichteln.
Na hoffentlich erlebt das wer.
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