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BILDUNG |
23.01.2009 |
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Empörung über Absage für Medizin-Uni
Die Absage von Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) für eine Linzer Medizin-Universität hat Empörung ausgelöst. Hahn sieht keinen Bedarf, Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) widerspricht seinem Parteifreund vehement.
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Hahn: Wenn es einen Bedarf gebe, dann sei Linz die erste Adresse. |
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Hahn: Kein Bedarf
Hahn hat den Plänen einer Linzer Medizin-Universität eine deutliche Absage erteilt. Er sehe derzeit keinen Bedarf für eine zusätzliche Universität, so Hahn.
Kostengründe
Der Grund für die Ablehnung des Ministers liegt wohl auch in den Kosten: die drei bestehenden Medizin-Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck verschlingen bereits ein Drittel des gesamtösterreichischen Unibudgets. Aber, so der Trost des Ministers, wenn es einen Bedarf gebe, dann sei Linz die erste Adresse.
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Problem beim Medizinernachwuchs
Pühringer sieht die Sache naturgemäß anders: Schon jetzt gebe es ein Problem beim Medizinernachwuchs, zudem gebe es immer mehr Ärztinnen, bei denen auch mit längeren, karenzbedingten Unterbrechungen im Arbeitsleben gerechnet werden müsse. Auch die Alterung der Gesellschaft sorge für einen wachsenden Bedarf, so Pühringer.
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Pühringer: "Ungeheuerlichkeit"
Den Landeshauptmann erzürnt besonders, dass ihm ein Ministerialbeamter ausrichten ließ, das Land müsse für eine Medizin-Uni 300 Millionen Euro aufbringen. Das sei eine "Ungeheuerlichkeit". Schließlich sei Oberösterreich in allen Bereichen Nettozahler an den Bund, sagte Pühringer im Interview mit dem ORF Oberösterreich.
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Stöger: "Inakzeptabel und kurzsichtig"
Auch Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (SPÖ) kritisiert die Absage durch Hahn in einer Aussendung: "Das ist absolut inakzeptabel und kurzsichtig. Dass es angeblich keinen Bedarf dafür geben würde, steht im Widerspruch zu allen bekannten Expertisen."
"Ich befürchte, dass der Minister seine Ablehnung einfach aus dem Ärmel geschüttelt hat, denn er hat das mit keiner einzigen konkreten Zahl belegt", so die Landesrätin.
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Grüne: "Linz bietet beste Voraussetzungen"
Kurzsichtig und unlogisch nennen die Grünen Hahns Argumente. Klubobmann Gottfried Hirz fragt, worauf denn noch gewartet werden soll, wenn sogar der Wissenschaftsminister zugestehe, dass der Bedarf an Ärzten in vier bis fünf Jahren akut werden könnte.
Er fordert Hahn auf, mit dem Startschuss für die Medizin-Uni nicht zuzuwarten, bis es nicht mehr genug österreichische Ärzte gebe. Und Linz biete für deren Ausbildung die besten Voraussetzungen.
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FPÖ: "Ohrfeige durch Wissenschaftsminister"
Klubobmann Günther Steinkellner (FPÖ) spricht von einer "Ohrfeige durch den Wissenschaftsminister" und sieht "in dieser Weigerung Hahns die Fortsetzung der abgehobenen Art in Wien, mit dem von den Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern aufgebrachten Steuergeld umzugehen".
"Minister Hahn ist gefordert, nicht länger die Entwicklung unseres Bundeslandes zu bremsen", so Steinkellner in einer Aussendung.
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BZÖ: "Weit an der Realität vorbei"
Der BZÖ-Landtagsabgeordnete Josef Brunmair schreibt in einer Aussendung, dass sich Hahn "weit an der Realität vorbei" bewege: "Die Realität ist, dass in zehn Jahren doppelt so viele Medizinabsolventen benötigt werden wiejetzt."
Auch die Finanzierungsfragen würden falsch bewertet, "wenn gleichzeitig für die Sanierung des Bankensystems auf Bundesebene 100 Milliarden Euro zur Verfügung stehen". Hier müsse "die Wertigkeit der medizinischen Versorgung, der Gesundheit und Lebensqualität der Bürger für die Zukunft dringend hinterfragt werden", so Brunmair.
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ooe.ORF.at; 8.5.08
Die oberösterreichische Ärzteschaft will Druck auf den Bund machen, um die Schaffung einer Medizin-Uni in Linz zu erreichen. Bis Ende 2009 soll ein detailliertes Konzept vorliegen.
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ooe.ORF.at; 9.12.08
Aus dem Programm der neuen Bundesregierung liest Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) die Notwendigkeit, dass auch in Oberösterreich ein volles Medizinstudium angeboten werden müsse.
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