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CHRONIK |
19.11.2008 |
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Kussverbot in Gunskirchner Hauptschule
In einem Elternbrief verbietet es der Direktor der Hauptschule Gunskirchen, dass sich Schüler küssen. Solche Rituale gingen in einen Intimbereich, der mit der Schule nichts zu tun habe, so die Begründung des Schulforums.
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Man will sich nicht dem Vorwurf aussetzen, nichts unternommen zu haben, sollte es einmal zu einem ernsteren Vorfall kommen. |
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Brief an die Eltern
Gestützt auf einen Beschluss im Schulforum wandte sich der Gunskirchner Hauptschuldirektor Siegfried Biermair jetzt brieflich an die Eltern.
Weder Begrüßung noch Verabschiedung
Darin bat er, auf die Kinder einzuwirken, damit diese Vorgänge abgestellt würden. "Diese zum Teil langanhaltenden Küsse auf den Mund haben nichts mit Begrüßen und Verabschieden zu tun und sind daher in der Schule zu unterlassen", so Biermair.
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Eltern nehmen die Sache locker
Nicht alle Eltern sehen die Sache freilich so tragisch. Schließlich seien diese Küssereien auch an vielen anderen Schulen verbreitet. Lehrer pflegen dort an den liebestollen Pubertierenden vorbeizuschauen, weil Ermahnungen ohnedies wenig Erfolg brächten.
Negative Vorbildwirkung
In Gunskirchen will man sich aber nicht dem Vorwurf aussetzen, nichts unternommen zu haben, sollte es irgendwann einmal zu einem ernsteren Vorfall kommen.
Schließlich aber gehe es auch um die negative Vorbildwirkung für die noch nicht pubertierenden Kinder der unteren Klassen.
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Für BZÖ und AKS "mittelalterlich"
"Mittelalterlich" und "eine unzulässige Einmischung der Schule in die Privatsphäre von Jugendlichen" ist das Kussverbot für den BZÖ-Landessprecher, den Nationalratsabgeordneten Rainer Widmann. Kein Verbot werde auch nur einen einzigen Kuss tatsächlich verhindern. Besser wäre es mit den Jugendlichen zu vereinbaren, welches Verhalten man im respektvollen Umgang miteinander am Schulgelände erwarten könne, regte er in einer Presseaussendung an.
"Lächerlich und vollkommen übertrieben"
Der Direktor sei offenbar weltanschaulich im Mittelalter steckengeblieben, findet auch die Aktion Kritischer Schüler (AKS). Die Linzer Vorsitzende Vanessa Gaigg bezeichnete das "Kussverbot" in einer Presseaussendung als "lächerlich und vollkommen übertrieben". Es sei absolut nicht notwendig, dass die Schüler den "stockkonservativen Ansichten ihres Direktors" folgen, so Bundesvorsitzender Klaus Baumgartner. Die AKS kündigte für Nachmittag eine Aktion vor der betroffenen Schule an.
Auch Kritik der Schülerunion
Auch die ÖVP-nahe Schülerunion hat am Nachmittag das vom Direktor der Hauptschule verhängte "Kussverbot" kritisiert. "Diese Maßnahme ist nicht nur deutlich überzogen, sondern auch absolut kontraproduktiv", erklärte Bundesobmann Matthias Hansy in einer Presseaussendung. Die Zeiten würden sich ändern, Schüler aber immer junge Menschen bleiben, so Hansy.
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ooe.ORF.at; 18.11.08
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salzburg.ORF.at; 19.11.08
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