„Premiere“ mit feiner Sprachkunst

Literarische Besonderheiten stehen am Samstag, 7. April 2018, in der Sendung „Premiere“ von 19.03 bis 20.00 Uhr auf dem Programm: Ein abwechslungsreiches Kaleidoskop feiner Sprachkunst von Walter Pilar, Judith Nika Pfeifer, Christian Steinbacher und Klaus Wieser.

Sendungshinweis

„Premiere“, 7.4.2018

Stille Momente unter Maulbeerbäumen oder das gleichförmig berührende Tosen der Meeresbrandung – meditative Augenblicke wie diese fängt der in Bad Hall lebende Autor Klaus Wieser in seinem jüngsten Werk „halbes gelingen“ ein. Die knappen Gedichte erzählen ganze, bildhafte Geschichten vom empfindsamen Erleben von Natur, vom Aufbrechen und Unterwegs-Sein, von Beziehungen und Begegnungen. Graphisch fein unterlegt wird Wiesers Poetik von Illustrationen des Steyrer Galeristen und Künstlers Erich Fröschl.

Das „Lebenssee“-Großprojekt des Walter Pilar

Am 1. Jänner 2018 ist der gebürtige Ebenseer Schriftsteller, Zeichner, „KunstWandWerker & Rauminstallatör“ Walter Pilar nur wenige Wochen vor Erscheinungstermin seines neuen Buches verstorben.

Walter Pilar

ORF

Der in Ebensee geborene Schriftsteller Walter Pilar

„Premiere“ widmet sich dem unnachahmlichen Großprojekt des Walter Pilar: Es ist der vier Bände umfassende Zyklus mit dem Gesamttitel „Lebenssee“, der in seiner Art wohl einzigartig und thematisch immer in der Traunseeregion, speziell auch in Ebensee, angesiedelt ist. Am 23. Jänner haben Pilars Tochter Katharina und der Schauspieler Florian Troebinger im Adalbert Stifter Haus in Linz das neue Buch präsentiert. Ausgewählte Kostproben dieser Lesung aus Walter Pilars letztem Werk sind in der Literaturstunde am Samstag zu hören.

Mitten hinein ins Leben

Sprachliche Treffsicherheit, hohe Sensibilität und den Grundton einer modernen Lebenshaltung vereint Judith Nika Pfeifer, Jahrgang 1975, in ihren Lyrikarbeiten. Bereits der erste Band „nichts ist wichtiger. ding kleines du“ aus dem Jahr 2012 wurde mit dem Reinhard Priessnitz Preis ausgezeichnet. Neue Gedichte der Autorin, die sich auch der Liebe und ihren besonderen Zu- und Umständen widmen, sind im Vorjahr in der Zeitschrift „kolik. Heft für Literatur Nr. 74“ erschienen.

Im Spielgarten der Begriffe

Dort, wo manche die Grenze von Sprache und Ausdruck vermuten, geht die Fabulierlust des in Ried geborenen Autors Christian Steinbacher erst richtig los. Bekannt als Schöpfer zahlreicher Lyrikarbeiten, ist Steinbachers jüngstes Werk „Gräser im Wind. Ein Abgleich“ ein Bekenntnis zu inhaltlich komplex angelegter Prosa, einem regelrechten Spielgarten der Begriffe. Ein Abgleich zweier verschiedener Übersetzungen eines französischen Romans findet darin ebenso Platz wie ausgedehnte Beschreibungen sogenannter „Un-Orte“. Als „Husaren- und Schelmenstück“ bezeichnet Christian Steinbacher selbst sein Werk. Wer sich aufmerksam und aufgeschlossen darauf einlässt, wird Augen- und Ohrenzeuge eines nicht alltäglichen literarischen Unterfangens.

Literaturhinweise zur Sendung

  • Christian Steinbacher „Gräser im Wind. Ein Abgleich“ (Prosa, Czernin Verlag)
  • Klaus Wieser: „halbes gelingen. Gedichte“ (Verlag Bibliothek der Provinz)
  • Walter Pilar: Lebenssee. Wandelaltar (Band 4, Ritter Literaturverlag)
  • Gedichtauswahl von Judith Nika Pfeifer aus der Literaturzeitschrift kolik Nr. 74, aus „manchmal passiert auch minutenlang gar nichts“ (Berger Verlag, 2015), und aus „nichts ist wichtiger. ding kleines du (Mitter Verlag, 2012)