Folksongs und Folkmusic mit Jack Grunsky

Er gilt als Legende der amerikanischen Folkmusic: der Austro-Kanadier Jack Grunsky. Grunsky lebt seit vielen Jahren mit seiner Familie in Toronto in Kanada. Es gibt ein Naheverhältnis zwischen Grunsky und Linz, weil er einige Zeit in der Landeshauptstadt verbracht hat und seine Frau aus Linz kommt.

Sendungshinweis:

„Lust aufs Leben“, 25.2.18
ab 21.03 Uhr

"Folk mit Jack“ hieß auch eine legendäre Radioserie in Ö3 in den Jahren 1971 bis 1974. Sie wurde im Landesstudio OÖ produziert und gewann österreichweit bald viele Hörerinnen und Hörer. Es entstand und es gibt noch immer eine große Fangemeinde dieses äußerst sympathischen Musikers.

Jack Grunsky

Hertha Grunsky

Der Austro-Kanadier Jack Grunsky verdient wohl wie kein anderer das Prädikat Songwriter, also Liedermacher. Geboren ist er angeblich am 1. Juli 1945 in Graz, angeblich deswegen, weil er den Geburtsort auf seiner Internetseite nicht bestätigt. Nach der Scheidung der Eltern wandern Vater und Sohn 1951 nach Toronto in Kanada aus. Dort geht er in die High School und beginnt seine musikalische Karriere in einer Band, wo er Schlagzeug spielt. In einem Folk-Trio zupft er die Gitarre, seine Vorliebe gilt der Folk Music, einer stark von der angloamerikanischen Folklore beeinflussten Volksmusik.

Mitte der 60er-Jahre entscheidet sich Jack Grunsky, in der alten Heimat Österreich zu studieren und kommt 1965 nach Linz. Im selben Jahr gründet Grunsky die legendären „Jack’s Angels“. Das Quartett besteht aus der Sängerin Claudia Pohl, dem Bassisten Christoph Oberhuber und dem Gitarristen Herbert Butt Wegscheider. Auch sie kamen ursprünglich aus Linz, studierten aber in Wien. Die Band probte in einer Kellerbude im Wiener Außenbezirk Mauer, wo Grunsky auch wohnte. Grunsky ist der Kopf des Quartettes, er komponiert, textet, singt und spielt akustische Gitarre.

Jack Grunsky

ORF

Die Jack’s Angels sind mit ihren selbstkomponierten Songs und ihrem meist dreistimmigen Gesang äußerst erfolgreich und werden durchaus in einem Atemzug mit der Folkband „Peter, Paul & Mary“ genannt. In den zwei Jahren ihres Bestehens werden unzählige Singleauskoppelungen aus insgesamt vier Langspielplatten veröffentlicht: „Restless“ heißt die erste LP, im selben Jahr erscheinen noch „Believe in a world“ und „Our Fantasy’s Kingdom“, 1968 kommt „Looking Back“ heraus, alle auf Vinyl. 1974 sollte die Doppel-LP „Icarus“ nachgereicht werden, ein Sampler aus der Zeit von 1967 bis 1974 samt Live-Ausschnitten aus dem bekannten Folkclub Atlantis in Wien.

Wegbereiter der Austro-Pops

Nach der Auflösung der „Jack’s Angels“, Bassist Oberhuber und Gitarrist Wegscheider wollten sich wieder mehr ihren Studien widmen, setzt Grunsky seine Karriere als Solist fort, er arbeitet unter anderem mit dem berühmten Bluesmusiker Alexis Korner und dem Lead-Gitarristen der Rolling Stones Mick Taylor. 1969 wird in London das Album „Toronto“ aufgenommen.

Jack Grunsky

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In Österreich gilt Grunsky als einer der Geburtshelfer und Wegbereiter des Austro-Pop. André Heller, Wolfgang Ambros, Georg Danzer, die Schmetterlinge, die Milestones, mit ihnen und für sie komponiert und schreibt er. Grunsky arbeitete weiters für Film und Fernsehen und komponierte Musicals. In diese Zeit fällt auch die Radioarbeit für Ö3. Grunsky moderiert die legendäre Radioserie „Folk mit Jack – Folksongs und Folk Music präsentiert von Jack Grunsky“, die im Landesstudio OÖ produziert wurde. Diese äußerst populäre Ö3-Radiosendung eröffnete einer jungen Generation den Zugang für traditionelle und moderne Folkmusik.

1975 verlässt Jack Grunsky mit seiner Frau Hertha endgültig Linz, sie geben die Wohnung in Ebelsberg auf, um sich wieder in Toronto niederzulassen. In Kanada ist er äußerst erfolgreich auf Tour mit seiner kanadischen Band, in Clubs, auf Festivals und in Konzerthallen. Seit 1980 beschäftigt er sich vorwiegend mit anspruchsvoller Musik für Kinder.

Hier können Sie die Sendung nachhören:

Michael Huemer; ooe.ORF.at