„Premiere“: 150. Todestag von Adalbert Stifter

Adalbert Stifter zählt zu den bedeutendsten Autoren des Biedermeier. Durch seine Vielseitigkeit spricht er eine große Leserschaft an. Am 28. Jänner jährt sich sein Todestag zum 150. Mal. Daher bringt Radio OÖ am 20. Jänner ausgewählte Texte Stifters.

Stifter wurde 1805 im Dorf Oberplan im Böhmerwald als Sohn eines Leinenwebers geboren. Seine Gymnasialzeit verbrachte er im Benediktinerstift Kremsmünster. An der Universität Wien studierte er später Rechts- und Naturwissenschaften. Dieses Studium schloss er allerdings nicht ab.

Stifter-Skulptur im Landhauspark von Johann Rathausky

Hans Koberger

Stifter-Skulptur im Landhauspark von Johann Rathausky

Vielleicht weil in diese Zeit bereits seine ersten dichterischen Versuche fallen? Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich damals als Privatlehrer in Wiener Adelsfamilien – unter anderem bei der Familie Metternich. Stifter war auch als Maler tätig. Im Jahr 1840 beginnt Stifter literarische Texte in Almanachen und Zeitschriften zu veröffentlichen.

Sendungshinweis:

„Premiere – Literatur. Lebensart. Livemusik“, 20.1.18, 19.00 Uhr

Fanny Greipel war die große Liebe

Stifters Liebesleben hatte, unter anderem, wohl einen gewissen Einfluss auf seine literarische Arbeit: seine große Liebe hieß Fanny Greipl. Die begüterten Eltern von Fanny stimmten allerdings einer Heirat mit dem mittellosen Studenten nicht zu. Stifter heiratete daraufhin Amalia Mohaupt. Aus Trotz, wie man vermutet. Die Ehe blieb kinderlos. Amalia hatte, wie es heißt, nicht allzu viel übrig für die Gedankenwelt Stifters. In dieser Zeit begann Stifter erzählende Prosa zu schreiben, in der oft die Motive unglückliche Liebe und Verzicht anklingen.

Naturbild, Adalbert Stifter: Ruine der Burg Wittinghausen im Böhmerwald

wikipedia

Adalbert Stifter malte unter anderem die Ruine der Burg Wittinghausen im Böhmerwald

Klare Sprache

Weitere Themen in seinem Werk ist die Gefährdung menschlicher Beziehungen durch übertriebenen Stolz und Ichbezogenheit, durch hemmungslose Leidenschaft und Eifersucht. Weiters die Vereinsamung des Menschen, der um sein Lebensglück betrogen wurde. Das Problem der schmerzlich empfundenen Kinderlosigkeit und die Themen Ehe und Familie. Eingewoben in die Erzählungen sind immer wieder, in schlichter, sehr klarer Sprache, Stifters Naturbilder.

Grabstätte auf dem Barbarafriedhof in Linz

Barbarafriedhof/Frauscher

Für die Sendung „Premiere“ hat die Kulturredaktion Stifter-Texte aus dem Archiv zusammengestellt. Zu hören sind Ausschnitte aus folgenden Werken:
„Feldblumen“, gelesen von Gert Westphal
„Die Sonnenfinsternis“, gelesen von Herbert Baum
„Winterbriefe aus Kirchschlag“, gelesen von Fritz Grieb