Signale aus dem Weltraum in „Lust aufs Leben“

Historische Signale aus dem Weltraum gibt es am Sonntag in der Sendung „Lust aufs Leben“ ab 21.03 Uhr bei Michael Huemer zu hören. Denn wer hat noch nie davon geträumt, einmal schwerelos im Universum zu schweben?

Wer will nicht einen kleinen Wochenendausflug zum Mars unternehmen? Wer möchte nicht die Erde aus großer Entfernung betrachten? Bis jetzt ist das noch nicht möglich, aber wer weiß, was zukünftig noch alles passieren wird. Denn so lange fliegt der Mensch noch nicht ins All.

Sternenhimmel bei Nacht

APA/Rubra

Zeitalter der Weltraumfahrt begann 1957

Im Oktober 1957 hat mit dem Start des ersten künstlichen Erdsatelliten eine erregende Epoche in der Menschheitsgeschichte begonnen und damit das Zeitalter der Weltraumfahrt. Die Forschung, die von der Erde aus bisher nur mittelbar und indirekt Erkenntnisse aus dem Kosmos sammeln konnte, war damit in der Lage, unmittelbar in den Weltraum vorzudringen. Gleichzeitig begann der Wettlauf ins All zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Der Weltraum wurde zum neuen Schauplatz im sogenannten „Kalten Krieg“ und mit dem Wettrüsten brachen gleichzeitig die politisch-ideologischen Gegensätze der beiden konkurrierenden Systeme auf. Begonnen hat es 1955 – weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit. Der 34. US-Präsident Dwight D. Eisenhower kündigte an, einen erdumkreisenden Satelliten ins All zu schießen. Dem folgte umgehend eine gleichlautende Absichtserklärung der Sowjetunion.

Sputnik 1 Satellit

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Sputnik 1

USA und Sowjetunion kämpften um den Weltraum

Beide Parteien wollten damit die eigene technische Überlegenheit beweisen, um die Führungsposition des eigenen Gesellschaftssystems zu demonstrieren. Die Raumfahrtprogramme der beiden Staaten waren überdies eng mit militärischen Motiven und Aspekten des Kalten Krieges verzahnt. Und nicht zuletzt ging es einfach um Prestige und Ansehen. Aus Angst um Prestigeverlust wurde bereits beim ersten Lebewesen, das vom Menschen gezielt in eine Umlaufbahn um die Erde befördert wurde, verheimlicht und gelogen. Tatsächlich war die Hündin Laika schon nach etwa fünf bis sechs Stunden Flugzeit im Satelliten „Sputnik 2“ wegen des defekten Wärmeschutzes an Überhitzung gestorben. Grund genug also 60 Jahre zurückzuschauen, der Startschuss für das Zeitalter der Raumfahrt fiel im Oktober 1957. Die Sowjetunion, zu der damals Russland und einige andere Länder gehörten, schoss den Satelliten „Sputnik 1“ in die Erdumlaufbahn. Im selben Jahr gelingt es den USA, einen unbemannten Satelliten ins All zu schicken: „Explorer 1“. Er ist im Gegensatz zu Sputnik bereits in der Lage, wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen.

Start von Explorer 1 (Trägerrakete Jupiter-C)

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Start von Explorer 1 (Trägerrakete Jupiter-C)

Vielfältige Probleme am Anfang

Das erklärte Ziel der beiden Supermächte ist klar – bis Ende des Jahrzehnts Menschen auf den Mond zu bringen. US-Präsident John F. Kennedy spricht es in einer Rede vor dem Kongress 1961 ganz explizit aus, die Sowjets legen sich da nicht so fest. Das unvergleichliche Propagandapotenzial einer Leistung wie die Mondlandung und der einhergehende militärische Nutzen, der mit einer solchen verbunden war, sind die wesentlichen Triebfedern. Die Probleme für einen bemannten Mondflug sind vielfältig und betreffen den Langzeitaufenthalt von Menschen im All, leistungsfähigere Trägerraketen, verlässliche wiederzündbare Antriebssysteme, das Koppeln von Raumschiffen, der menschliche Aufenthalt im freien Weltraum, die Kommunikation über sehr große Entfernungen und die fraglichen Bedingungen auf der Mondoberfläche. Das waren die Probleme, die es zu lösen gab.

Sendungshinweis

„Lust aufs Leben“, 12.11.17

Der Wettlauf zum Mond

Aus dem Wettlauf ins All in den 1950ern und 1960ern begann der Wettlauf zum Mond. 1966 gelingt der Sowjetunion die erste weiche unbemannte Mondlandung mit der Sonde „Luna 9“. Wenige Wochen später landen auch die Amerikaner ihre unbemannte Sonde „Surveyor 1“ auf der Mondoberfläche. Dann kam der große Tag der USA. Startplatz ist das Kennedy Space Center in Florida. Am 16. Juli 1969 um 14.32 Uhr MEZ zünden die fünf gigantischen Haupttriebwerke jener Saturn-5-Rakete, die „Apollo 11“ in den nächsten acht Tagen zum Mond und retour bringen wird. Zwölf Minuten brauchen die Astronauten Neil Armstrong, Edwin („Buzz“) Aldrin und Michael Collins auf ihrer fast dreitausend Tonnen schweren und 110 Meter hohen Rakete bis zum Erreichen des Erdorbits, also der Erdumlaufbahn. Drei Tage später werden sie den Mond erreichen und in eine Mondumlaufbahn einschwenken.

Neil Armstrong, Michael Collins, Buzz Aldrin (v.l.n.r.) Apollo 11

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Neil Armstrong, Michael Collins, Edwin („Buzz“) Aldrin (v.l.n.r.)

Farb-TV-Übertragungen aus dem Mutterschiff

Nun folgt der mehr als 70-stündige Flug zum Mond, währenddessen gibt es mehrfache Farb-TV-Übertragungen aus dem Mutterschiff. Die nächste kritische Missionsphase, das Abbremsen des Mutterschiffes Columbia und der angekoppelten Mondlandeeinheit „Eagle“, erfolgt 160 Kilometer über der Mondoberfläche. Nach dem Abtrennen der Landeeinheit vom Mutterschiff beginnen Armstrong und Aldwin mit dem Abstieg zum Mond. Live verfolgt von Millionen Zuschauern zuhause auf der Erde. Es ist der 20. Juli 1969.

„Der Adler ist gelandet“

„Der Adler ist gelandet“. Nach dem Aufsetzen um 21 Uhr 17 ist nur mehr Treibstoff für eine halbe Minute übrig. Nach Überprüfung aller Bordsysteme und einer kleinen Ruhepause verlässt Armstrong sechs Stunden später die Landefähre und spricht die legendären Worte: „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“. Er versäumte jedoch aufgrund der Strapazen und der Aufregung die Aussprache eines einzigen Vokals, bei der Stelle „That’s one small step for a man. Er vergaß auf das a vor „a man“ und gab dem Satz damit eine ungewollte Bedeutung, weil das dann „Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen“ hieße.
Auf dem Mond entfernten Neil Armstrong und Edwin Aldrin die Abdeckung einer Gedenkplakette an einem Landebein des Mondfluggerätes. Armstrong verlas die Schrift der Plakette mit der eindringlichen Botschaft „Hier setzten Männer von der Erde ihre ersten Fußabdruck auf den Mond. Juli 1969. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit“. Die amerikanische Flagge wird aufgepflanzt, mehrere Experimente durchgeführt, es werden 22 Kilogramm Mondgestein gesammelt.

Mondlandung

NASA/JSC

21 Stunden und 36 Minuten auf der Mondoberfläche

Insgesamt betrug der Aufenthalt auf der Mondoberfläche 21 Stunden und 36 Minuten. Am frühen Morgen des 22. Juli, nach dem Umladen der Gesteinsproben und dem Abtrennen des Aufstiegsteils der Mondlandefähre, zündet wiederum das Haupttriebwerk des Mutterschiffs für 152 Sekunden, um zurück zur Erde zu beschleunigen. Zwei Tage später tritt die Kommandokapsel von Apollo 11 mit elf Kilometern pro Sekunde Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein und setzt um 17.50 Uhr zur Landung im Pazifischen Ozean 1600 Kilometer von Honolulu entfernt an. Die neuen Helden sind zurück vom größten Abenteuer der Menschheit.

Hier können Sie die Sendung nachhören:

Michael Huemer; ooe.ORF.at