OÖ Stammtisch: Medikamente aus dem Internet

Sind Medikamente aus dem Internet die Zukunft? Wer darf Arzneimittel verschicken und garantiert dafür, dass auch wirklich das drinnen ist was drauf steht? Heiß diskutiert wurde dieses Thema Mittwochabend beim Oberösterreich Stammtisch in Grein.

Im voll besetzten Gasthaus Aumühle in Grein lauschten alle gespannt den Experten am Oberösterreich Stammtisch, und dabei stellte Meinungsforscher Werner Beutelmeyer gleich von Anfang an klar, der Online-Medikamentenhandel sei Realität und nicht mehr wegzudenken: „Der Onlinehandel erreicht schnell einmal 20 Prozent, und darauf können die Apotheken nicht verzichten“.

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„95 Prozent sind Fälschungen“

Die Vizepräsidentin der Oö. Apothekerkammer, Monika Aichberger, wies auf die fehlende Beratung im Internet hin und warnte vor allem vor den Gefahren: „95 Prozent der vom Zoll abgefangenen Arzneimittel waren Fälschungen – eine alarmierende Zahl!“

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Daher sei es wichtig - wenn schon online Medikamente gekauft werden - unbedingt auf Sicherheit zu achten, so die Direktorin der OÖ GKK Andrea Wesenauer: „Wenn schon, dann setzten sie auf registrierte Onlineapotheken aus Österreich.“

Sendungshinweis

„Oberösterreich Stammtisch“, 8.11.17

Der Vorteil der Diskretion

Gerade wenn es um Kopfschmerztabletten oder Salben geht, die jemand schon öfters gekauft hat, hat Ulrike Weiß vom Konsumentenschutz der AK nichts gegen registrierte Online Apotheken einzuwenden: „Das Internet bietet neben der Bequemlichkeit auch die Diskretion, etwa Schlankheitsmittel, Haarwuchsmittel oder Potenzmittel zu bestellen, ohne dass jemand anderer etwas mitbekommt.“

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Warnung vor „Wunderpillen“ aus dem Internet

Von unbekannten Wunderpillen aus dem Internet etwa zum Abnehmen rät sie hingegen genauso ab wie der Vizepräsident der Oö. Ärztekammer, Johannes Neuhofer, der auch ein Problem mit der Bequemlichkeit des Internets hat: „ Zu nächst wird Dr. Google konsultiert, dann noch über das Internet Medikamente bestellt, die zu 95 Prozent Fälschungen sind - und dann wundern sich viele, dass sich das Problem verschlechtert anstatt dass es geheilt wird“.

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Die Gäste im Gasthaus Aumühle in Grein zeigten sich sehr skeptisch was Onlineapotheken betrifft, so wie Josef Gutmann aus Grein und Anna Hintersteiner aus Bad Kreuzen: „Wozu Internet? Es gibt ja eh die Apotheke und den Arzt.“

Onlineapotheken nicht mehr wegzudenken

Auch wenn es noch viele Bedenken gegen Onlineapotheken gibt sind sie nicht mehr wegzudenken – das hat der Oberösterreich Stammtisch eindeutig gezeigt der auch für die Diskussionsleiter, ORF OÖ-Programmchef Reinhard Waldenberger und dem Chefredakteur der OÖ Kronenzeitung Harald Kalcher, sehr aufschlussreich war.

Hier können Sie den Stammtisch nachhören: