Literatur in „Premiere“ am Samstag

Mit großen und kleinen Zeiteinheiten beschäftigen sich die oberösterreichischen Autoren Leopold Federmair und Reinhold Aumaier. Ihre neuen Bücher werden am 2. September ab 19.03 Uhr in Radio Oberösterreich vorgestellt.

Sendungshinweis

„Premiere“, 2.9.17

Der oberösterreichische Schriftsteller und Übersetzer Leopold Federmair lebt und arbeitet seit langer Zeit in Japan – und eben dort hat sich eine höchst ungewöhnliche Geschichte zugetragen: Eine Frau hat ein Jahr lang bei einem fremden Mann in dessen Wandschrank gelebt. Leopold Federmair greift in seinem aktuellen Roman „Monden. Der Wellen Schatten“ rund um die Figur Marie genau dieses Thema auf. Marie zieht zunächst unbemerkt in die Wohnung des Herrn Monden – nach und nach muss er doch ihr Mitleben wahrnehmen, so meint man.

Dennoch lässt sich aus seinem Verhalten nur schwer ablesen, wie weit er von seiner Mitbewohnerin weiß. Als Marie später in ihren Beruf als Krankenschwester zurückkehrt und einem bettlägrigen Schriftsteller von ihrem Vorleben erzählt, hält sie immer wieder Zwiegespräche mit ihrem ungeborenen Kind „Erbse“.

Ein Lob der Sekunde

„Schnecksekunde. Eine ZeitGutschrift“ – so betitelt Reinhold Aumaier sein aktuelles Buch, das reichlich Stoff für Lese-Abenteurer birgt. Wer sich mitreißen lässt, erliegt dem Charme des feinen Fabulierens. Da heißt es zum Beispiel: „Merken zarte Oleanderblüten, wie sehr wir sie bewundern?“ oder: Warum schweben Spinnwebenreste ohne Flügelschlag?“ Aumaier gibt seine Texten auch experimentell-surreale Noten und erzählt sie mit offensichtlich großer Lust. Er hat allerhand anzumerken zu unserer Zeit und setzt von seiner Leserschaft mitunter ein Faible für‘s fast atemlose Erzählen voraus. Für das Erschaffen seiner Bücher nimmt sich Reinhold Aumaier mehr als eine „Schnecksekunde“ Zeit - beständige Inspiration bieten ihm Natur und Kunst.

In der Sendung „Premiere“ am Samstag lesen der Autor Reinhold Aumaier und die Schauspielerin Gerda Lischka aus den genannten Büchern.

Lesung im Adalbert Stifter Haus

Am 26. September liest Leopold Federmair im Adalbert Stifter Haus in Linz selbst aus seinem neuen Buch. Ebenfalls bei diesem Lesetermin anwesend ist Karin Peschka, frisch gekürte Trägerin des Publikumspreises der 41. Tage der Deutschsprachigen Literatur rund um den Ingeborg Bachmann Preis. Sie liest aus ihrem ganz neu erschienenen Buch „Autolyse Wien. Erzählungen vom Ende“.

Literaturhinweise zur Sendung

• Leopold Federmair: Monden. Der Wellen Schatten (Roman, Otto Müller Verlag)
• Reinhold Aumaier: Schnecksekunde. Eine ZeitGutschrift (mitterverlag)