Fachkräftemangel: Berufsschulen unter Druck

Der Fachkräftemangel setzt die Berufsschulen stark unter Druck. Einerseits sollen sie möglichst viele Facharbeiter ausbilden und selbst Schüler mit sprachlichen und sozialen Defiziten auf den Arbeitsmarkt bringen. Andererseits sollen alle aber auch noch gut ausgebildet sein.

Die angehenden Zimmerer der Berufsschule 2 in Linz arbeiten an einer Gartenhütte, die schon bald in einem Kindergarten aufgestellt werden soll. Das ist für sie nichts Ungewöhnliches, sondern schulischer Alltag. Denn Unterrichtsstunden wurden hier de facto abgeschafft.

Berufsschule 2 in Linz

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Die Schüler und Schülerinnen haben ganz unterschiedliche Niveaus etwa in der Vorbildung, so Berufsschullehrer Oskar Redhammer: „Es kann sein, dass ein fertiger Maschinenbauingenieur neben einem Schulabbrecher sitzt – und darauf müssen wir reagieren.“

Bauen als Unterrichtsstunde

Denn die einen waren im normalem Unterricht wegen fehlender Deutschkenntnisse völlig überfordert - andere hingegen unterfordert und gelangweilt. Nun wird anstatt der Unterrichtsstunden eine Gartenhütte von Anfang an geplant, konstruiert und gebaut.

Berufsschule 2 in Linz

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„Einzigartig in Österreich“

Man versuche, die Schüler - wie in Handwerksbetrieben üblich - im Team arbeiten zu lassen, so der Direktor der Berufsschule, Franz Hemetsberger, der von einer Revolution des Unterrichts spricht. „In dieser Art, in dem kompetenzorientierten Unterricht wie er bei uns praktiziert wird, denke ich, ist in ganz Österreich noch nicht unterrichtet worden.“

Neuer Unterricht

ORF-Redakteur Christoph Kinast hat sich für „Oberösterreich heute“ das neue Unterrichtsmodell angesehen.

Das Ziel der Ausbildung ist vor allem, die Motivation der Schüler hoch zu halten. Denn Lehrlinge wegen mangelnder Freude am Beruf zu verlieren ist keine Option - dafür gibt es aktuell zu wenige.