Aktion gegen Mautflucht im Salzkammergut

Betroffene Gemeinden, Tourismuswirtschaft sowie der Verein „Lebensraum Salzkammergut“ haben eine gemeinsame, länderübergreifende Aktion gegen Mautflucht gestartet. Der Schwerverkehr soll zurück auf die Autobahnen, hieß es am Donnerstag in Bad Goisern.

Seit Anfang 2004 gilt in Österreich die Lkw-Maut auf Autobahnen. Laut dem Verein wurde das Salzkammergut daraufhin von Frächtern verstärkt als Ausweichroute benutzt, um Geld zu sparen. Nach Bürgerprotesten gilt seit April 2011 am Pötschenpass zwischen Bad Goisern und Bad Aussee jedoch ein Fahrverbot für Laster über 3,5 Tonnen.

Lkw-Verkehr im Salzkammergut

ORF

Weniger Schwerverkehr seit Beschränkung

Mit dieser Durchfahrbeschränkung von West nach Ost habe seitdem der Schwerverkehr abgenommen, sagte Vereinsobmann Silvester Leitner. Allerdings steige jener auf der Nord-Süd-Route durch Salzkammergut und Lammertal über den Pass Gschütt ständig, laut Verkehrszahlen des Landes OÖ um plus 50 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

„Die Belastungsgrenze ist überschritten“, betonte der Verein stellvertretend auch für die betroffenen Gemeinden sowie für die Tourismuswirtschaft. Sie möchten gemeinsam erreichen, dass die Nord-Süd-Route ebenfalls für „Mautflüchtlinge“ dicht gemacht wird, geht aus den Unterlagen zur der Pressekonferenz in Bad Goisern hervor.

Aktion gegen Mautflüchtlinge

ORF-Redakteurin Nicole Erl-Ohler hat für Oberösterreich heute mit Betroffenen und Politikern gesprochen.

Bis zu 13.000 weniger Lkws erwartet

Konkret fordern sie in der Petition an den oö. Landtag „die Vervollständigung der Schwerverkehrsberuhigung für das Salzkammergut“ sowie in jener an den Salzburger Landtag die generelle „Schwerverkehrsberuhigung für das Lammertal“. Laut intern angestellten Erhebungen des Vereins soll die Schließung der Durchzugsroute für das Lammertal eine Verringerung von 10.000 bis 13.000 Lkw-Fahrten pro Jahr bringen. Für das Salzkammergut würde das einerseits die selbe zusätzliche Verringerung an Schwerfahrzeugen bedeuten.

In Verbindung mit dem bereits bestehenden Fahrverbot ab 3,5 Tonnen auf der West-Ost-Route könne das in Summe zwischen 44.000 und 47.000 weniger Lkw-Fahrten im Jahr ausmachen.

Steinkellner: Überwiegend Ziel- und Quellverkehr

Der zuständige Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) winkte im ORF OÖ Interview ab. Es handle sich laut aktuellen Messungen überwiegend um Ziel- und Quellverkehr, die von einem Fahrverbot ohnehin nicht betroffen seien.