Wahlergebnis für Anschober eine „Katastrophe“

Für den Landesrat der Grünen in Oberösterreich, Rudi Anschober, ist das Wahlergebnis eine „Katastrophe“. Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und Bundesprecherin Ingrid Felipe erklärten am Dienstag ihren Rücktritt.

Drei Viertel ihrer Wähler haben die Grünen verloren - vor allem an die SPÖ, an Peter Pilz und zum Teil auch an die ÖVP. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Grünen im Nationalrat bleiben, geht für die Hochrechner gegen Null. Am Dienstagnachmittag überschlugen sich bei den Grünen die Ereignisse, sowohl Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek als auch Bundesprecherin Ingrid Felipe erklärten am Dienstag nach einer Krisensitzung ihren Rücktritt. Der neue Chef der Grünen im Bund wird Werner Kogler.

Ursachensuche

Für Anschober begann das Problem nicht erst im Wahlkampf sondern schon einige Zeit vorher. Als Beispiele nannte er den Streit mit den Jungen Grünen, die Auseinandersetzungen und den Austritt von Peter Pilz und den Abgang von Eva Glawischnig. Damit habe der Abwärtstrend begonnen, der sich nicht mehr aufhalten habe lassen.

Rudi Anschober im Gespräch mit ORF-Redakteur Ronald Meyer:

Daneben machten die Grünen laut Anschober auch den Fehler, dass sie ihre Wähler nicht deutlich genug auf die Gefahr des Ausscheidens aus dem Nationalrat hingewiesen hatten.

Im Facebook reagierte Anschober am Montag so auf das Wahlergebnis:

Vier wichtige Landtagswahlen

Entscheidend sind für Anschober die nächsten acht Monate. In den vier Bundesländern stehen Wahlen an, darunter Salzburg, wo die Grünen bei der letzten Landtagswahl 20 Prozent erreicht hatten. Wenn hier wieder Wahlschlappen eingefahren werden, werde es sehr schwer werden, so der Landesrat der Grünen.

Kein bundespolitisches Engagement

Eine weitere Herausforderung für die Landesorganisationen sei auch die angeschlagene finanzielle Situation der Bundesorganisation. Diese müsse gewaltig sparen, was auch zu personellem Aderlass führen werde, so Anschober. Ein bundespolitisches Engagement in nächster Zeit schloss Rudi Anschober für sich aus.

Laut Christoph Hofinger vom SORA-Institut müssten die Grünen bei den verbleibenden 36000 Wahlkarten in etwa 37 Prozent der gültigen Stimmen oder mehr erhalten, um die Vier-Prozent-Hürde zu überspringen. Für ihn ist die Wahrscheinlichkeit dafür ist Null.

Hochrechnung inkl. Wahlkartenprognose von 23.30 Uhr

ORF

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