Was man beim Wählen beachten sollte

Wer nicht schon per Briefwahl seine Stimme abgegeben hat, sollte am Sonntag beim Gang ins Wahllokal seinen Ausweis nicht vergessen. Auch bei der Vergabe von Vorzugsstimmen bei der Nationalratswahl können Pannen passieren.

Wer am Sonntag ins Wahllokal geht, muss ein paar Dinge beachten, sagt der Leiter der Landeswahlbehörde, Michael Gugler. Zum Beispiel könnte man von der Wahl ausgeschlossen werden, wenn man ohne Identitätsnachweis im Wahllokal erscheint. Erst wenn die Mehrheit der Wahlbehörde sagt, „der ist mir bekannt“ werde man in so einem Fall zur Wahl zugelassen, so Gugler.

Who is Who im Wahllokal

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Wichtig sei auch zu wissen, so der Landeswahlleiter im Interview mit dem ORF Oberösterreich, dass man bei der Nationalratswahl bis zu drei Vorzugsstimmen abgeben könne – eine für einen Kandidaten aus der Bundesparteiliste, eine für einen Kandidaten aus der Landesparteiliste und eine aus dem Regionalwahlkreis. Stimmensplitting ist allerdings verboten. Es dürfen nur eine Partei und nur Vorzugsstimmenkandidaten derselben Partei gewählt werden. Andernfalls gilt die Stimme für die gewählte Partei, die Vorzugsstimmen sind ungültig.

Langdenker und Dauertelefonierer

Wer übrigens denkt, dass er sich mit der Entscheidungsfindung in der Wahlkabine endlos Zeit lassen kann, sollte die Geduld der Wahlleiter nicht überstrapazieren. Der Fall ist zwar im Gesetz nicht angeführt, aber der Wahlleiter könnte einen zum Verlassen der Wahlzelle auffordern, hätte er das Gefühl, dass man andere an der Stimmabgabe hindern wolle. Ähnliches gilt auch für Wähler, die plötzlich in der Wahlkabine zu telefonieren beginnen.

Wahllokal

ORF.at/Peter Pfeiffer

Vorsicht ist beim Eintragen von Bundes- und Landes-Vorzugskandidaten geboten: Steht der Name irrtümlich in der falschen Partei-Spalte, ist die Vorzugsstimme ungültig. Und wenn es mehrere Kandidaten mit dem gleichen Nachnamen gibt, ist die Vorzugsstimme nur gültig, wenn erkennbar ist, wer gemeint ist - also Vorname, Reihungsziffer, Geburtsjahr, Beruf oder Adresse dabei stehen.

Wahl auf „falschen“ Stimmzetteln ungültig

Ungültig ist eine Stimme auf alle Fälle, wenn sie auf einem „falschen“ Stimmzettel abgegeben wurde - also auf einem Stimmzettel aus einem anderen Regionalwahlkreis, von einer früheren Wahl oder natürlich auch auf einem gefälschten Stimmzettel.

Wahlkabinen

ORF.at/Peter Pfeiffer

Wahlkabinen dürfen nicht als Telefonzellen verwendet werden

Abgesehen von der Begleitperson für körper- oder sinnesbehinderte Menschen darf die Wahlzelle nur von einer Person betreten werden.

Parteipolitische Selfies

Erlaubt ist auch, dass man seinen eigenen Stimmzettel fotografiert und sozusagen als parteipolitisches Selfie in sozialen Netzwerken postet. Wer auf sein eigenes geheimes Wahlrecht verzichtet ist sozusagen selbst schuld. Den Stimmzettel eines anderen ohne dessen Zustimmung zu fotografieren und zu posten ist aber verboten.

Wahlkabinen

ORF.at/Peter Pfeiffer

Kinder dürfen zwar ins Wahllokal mitkommen, in der Wahlkabine muss aber der Wähler allein sein

Wer seiner Kreativität unbedingt während des Wahlvorgangs Ausdruck verleihen muss, kann das übrigens auf dem Wahlzettel tun, es muss nur klar erkenntlich sein, welche Partei bzw. welche Vorzugsstimmenkandidaten man gewählt hat. Das Wahlkuvert ist allerdings tabu und darf nicht bemalt oder bezeichnet werden.

Verwählt

Auch für Oper eines plötzlichen Stimmungs- oder Ideologiewandels oder vor allem für diejenigen, die ihr Kreuz an der falschen Stelle gemacht haben, gibt es eine Rettung. Wer die falsche Partei angekreuzt hat, holt am besten beim Wahlleiter einen neuen Stimmzettel, denn es muss ganz eindeutig zu erkennen sein, wer gewählt wurde. Der alte Stimmzettel muss dann vor der Wahlbehörde zerrissen und mitgenommen werden.

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