Lehrlingsfreifahrt für Asylwerber gefordert

Über 1.000 Asylwerber in Oberösterreich arbeiten regelmäßig. Möglich sei das durch mehrere Ausnahmenbestimmungen, so Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne). Er fordert unter anderem auch für Asylwerber eine Lehrlingsfreifahrt.

In ganz Österreich gibt es 450 Asylwerber, die eine Lehre begonnen haben, 221 dieser Lehrlinge sind in Oberösterreich, so Anschober in einer Pressekonferenz am Freitag. Dabei stellen die Afghanen die weitaus größte Gruppe der Lehrlinge und es gibt auch 13 Asylwerberinnen, die eine Lehre machten. Möglich sei dies nur in Berufen, für die es zu wenig einheimische Bewerber gibt, so Anschober.

Flüchtlinge als Lehrlinge

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Friseur oder Köchin

Dabei seien die Berufe als Friseur oder Köchin ganz vorne im Lehrstellenranking, so Anschober. Über 1.000 von mehr als 11.000 Asylwerbern in Oberösterreich arbeiten stundenweise bei Gemeinden als Helfer - etwa beim Grünschnitt. Für Anschober zeigen sich beim grundsätzlichen Erfolg auch Probleme. Bei den Lehrberufen etwa gebe es für Asylwerber kein Lehrlings-Ticket für die kostenlose Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Kosten würde eine Ausweitung des Tickets auf Asylwerber-Lehrlinge nach Anschobers Angaben 400.000 Euro pro Jahr - und das für ganz Österreich.

Kreditkarte für Bewertung von Abschlüssen nötig

Ebenfalls ein Problem: Wenn für die Anerkennung eines Studiums noch ergänzende Kurse in Österreich notwendig sind, verliere der Asylwerber die Mindestsicherung, wenn er diese Kurse besucht, so Anschober. Oder die Tatsache, dass für die Bewertung von Abschlüssen aus den Heimatländern eine Gebühr von 150 Euro anfällt, die mit Kreditkarte beglichen werden müsste, „die die meisten Asylwerber nicht haben“.