Immer mehr berufsbedingte Erkrankungen

Rund 1.200 berufsbedingte Erkrankungen seien im Vorjahr in Österreich anerkannt worden – über 14 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Dunkelziffer sei aber weit höher, so Johann Kalliauer, der Präsident der Arbeiterkammer OÖ.

Nur 53 anerkannte Berufskrankheiten gebe es derzeit, so Kalliauer, der unter anderem fordert, auch Muskel-Skelett-Erkrankungen, psychische Erkrankungen sowie zusätzliche arbeitsbedingte Krebserkrankungen in die Liste aufzunehmen.

Umkehr der Beweislast

Zusätzlich fordert Kalliauer eine Umkehr der Beweislast: Nicht die Betroffenen sollten in Zukunft den Beweis für einen beruflichen Auslöser der Krankheit liefern müssen, sondern die Unternehmen sollen nachweisen müssen, dass die Krankheit nicht auf Arbeitsbedingungen zurückzuführen sei.

Immer mehr psychische Erkrankungen

Die körperlichen Belastungen im Beruf würden sinken, die psychischen dagegen rasant steigen, so Kalliauer. So hätten sich die Krankenstände wegen psychischer Erkrankungen innerhalb von zehn Jahren verdoppelt und würden etwa auch bei Pensionierungen eine immer größere Rolle spielen.

Frauen besonders benachteiligt

Besonders Frauen litten unter Nachteilen leiden, denn viele körperliche und psychische Belastungen etwa im Gesundheits-, Sozial- oder Dienstleistungsbereich, wo viele Frauen arbeiten, würden derzeit nicht anerkannt.

Viele berufsbedingte Erkrankungen wären grundsätzlich zwar durch Schutzmaßnahmen vermeidbar, allerdings müsse man bedenken, dass sich viele Erkrankungen, wie Schwerhörigkeit durch Lärm über viele Jahre entwickeln. Auch die Ursachen - etwa für Asbesterkrankungen - könnten durchaus Jahrzehnte zurückliegen weshalb es nötig sei, Krankheiten in Zukunft präventiv zu vermeiden, so der Arbeiterkammerpräsident.