Digitaler „Kuhversteher“ aus Weibern

Ein findiger Landwirt und gleichzeitig Softwareentwickler aus Weibern (Bezirk Grieskirchen) hat entdeckt, dass sich über die Bewegung von Rinderohren ihr Befinden ablesen lässt. Die intelligenten Ohrmarken werden bereits international nachgefragt.

Fressen, Trinken, Fliege verscheuchen oder einfach nichts tun: Laut Wolfgang Auer verraten die Ohren einer Kuh alles, was sie tut, wie sie sich fühlt und auch ob sie paarungsbereit ist. Seine Vision von intelligenten Ohrmarken hatte der Bauer und Softwareentwickler - Auer ist auch Geschäftsführer von Smartbow - schon vor Jahren, als er noch in riesigen Schweineställen gearbeitet hat. Die ersten intelligenten Ohrmarken entwickelte er, um Schweine in den großen Ställen schnell aufzufinden.

Intelligente Ohrenmarken für Rinder

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Was sich diese drei beim Fotografieren dachten, wurde nicht verraten

Batterie muss ein Rinderleben halten

Um seine Idee zur Marktreife zu entwickeln, fand Auer einen Partner im Linz Center of Mechatronic (LCM). Diese außeruniversitäre Forschungseinrichtung, zu deren Partner die voestalpine, die Johannes Kepler Universität oder das Upper Austrian Research zählen, ist unter anderem spezialisiert auf Logistikaufgaben: Die Herausforderungen dabei waren die Montage des Systems und die Voraussetzung, dass die Batterie der Ohrmarke ein Rinderleben lang hält, so Thomas Buchegger von LCM.

Sensoren in den Ohren

Die Sensoren der Ohrmarken zeichnen alles auf. ORF-Redakteur Wolfgang Marecek war für „OÖ heute“ bei den Softwarespezialisten.

Das Funknetz erkenne nicht nur die exakte Position jedes Tieres, die Sensoren in der Ohrmarke erfassen außerdem alle Bewegungen, so die Experten. Nach Eigenangaben sind fast 30.000 Rinder auf fünf Kontinenten schon mit diesen Ohrmarken ausgestattet, die in Weibern produziert und weiterentwickelt werden.

Intelligente Ohrenmarken für Rinder

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Vom Schreibtisch in OÖ aus können die 50.000 Rinder in den USA überwacht werden

„Früher als jeder Cowboy“

In den Vereinigten Staaten etwa werden auf einer Farm 50.000 Rinder überwacht. Das oberösterreichische System erkenne aber früher als jeder Cowboy, ob sich eine Krankheit abzeichne, heißt es. Jederzeit können die Techniker in Weibern live in einen Tausende Kilometer entfernten Stall schalten, um Kunden zu unterstützen.

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