Grüner Ex-Lokalpolitiker erhielt Diversion

Am Landesgericht Linz ist am Donnerstag ein Ersatzgemeinderat der Grünen im Prozess nach einem Nachbarschaftsstreit, bei dem sein Kontrahent schwer verletzt wurde, mit einer Diversion davongekommen.

Die Auseinandersetzung ereignete sich im Oktober 2016. Der 46-Jährige habe seinen Nachbarn nicht verletzen wollen, aber geschubst, damit er den Weg zu seinem Auto freimache, wiederholte der Angeklagte seine Aussage bei der Polizei auch vor Gericht. Der Nachbar sei aber gestürzt und dabei schwer verletzt worden. Der Ersatzgemeinderat, der unmittelbar nach dem Vorfall seine politischen Funktionen ruhend gestellt hatte, bedauerte seine Tat.

Einvernehmen gesucht

Der Verteidiger verwies darauf, dass sein Mandant das Einvernehmen mit dem Gestürzten suche. So habe er ihm vorerst 15.000 Euro gezahlt und man habe sich darüber hinaus geeinigt, dass ein Gutachter das gesamte Verletzungsausmaß beurteilen soll.

Diversion ist rechtskräftig

Weil der Angeklagte geständig ist, die Tat keinen „brutalen Verlauf“ hatte, und mit unter anderem der Bezahlung eines beträchtlichen Schmerzensgeldes „wesentliche Schritte zur Wiedergutmachung“ gesetzt worden seien, konnte der Richter eine „Einstellung des Verfahrens nach Bezahlung eines Bußgeldes“ vorschlagen. Staatsanwalt und Verteidiger erklärten sich einverstanden.

Die festgesetzten 3.000 Euro wurden sofort per Kreditkarte bei der Gerichtskasse beglichen, die Diversion damit gleich rechtskräftig.