AMS will Ausbildungen mit Lehrabschluss fördern

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt 2017 angespannt. Vor allem Menschen ohne Schulabschluss oder nur mit Pflichtschulabschluss finden schwer einen Job. Das AMS bemüht sich deshalb vor allem darum, die Zahl der Lehrabschlüsse zu erhöhen.

Im Dezember waren in Oberösterreich 55.000 Menschen auf Arbeitsplatzsuche. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2016 6,1 Prozent, auch 2017 dürfte sie auf diesem Niveau bleiben. Betroffen von Arbeitslosigkeit sind vor allem Menschen ohne Schulabschluss oder jene, dir nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen können. 2016 lag die Quote bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss bei 17,7 Prozent, bei Lehrabsolventen nur mehr bei 4,7 Prozent, bei besser Ausgebildeten noch niedriger.

Digitalisierung wird Anforderungen nicht verändern

Angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt werde sich an dieser Entwicklung auch nichts ändern, ist der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS), Gerhard Straßer, überzeugt.

Arbeitslosenquote Zahlen AMS

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Bewährt haben sich im abgelaufenen Jahr die Arbeitsplatznahe Qualifizierung (AQUA), bei der Erwachsene im Betrieb in der halben Zeit eine Lehre nachholen können, und die Arbeitserprobung. Letztere nutzten 2016 rund 1.700 Arbeitssuchende, 52 Prozent blieben dann im Betrieb.

Unflexibel durch strikte Verwendungsvorgaben

Das AMS will daher Ausbildungen mit Lehrabschluss fördern, unter anderem durch Stiftungen oder durch ein Modell, bei dem die Lehre im Betrieb in halber Zeit nachgeholt werden kann. 2017 wird das AMS Oberösterreich über 165 Millionen Euro aus Fördermitteln verfügen, um sechs Millionen mehr als 2016. Die strikten Verwendungsvorgaben durch den Bund würden das AMS aber unflexibel machen, kritisiert Straßer.

Arbeitslose Asylberechtigte

Um satte 32 Prozent angestiegen ist im Vorjahr die Zahl der arbeitslosen Asylberechtigten, in absoluten Zahlen sei das Plus aber „eher bescheiden“, so Straßer, die Dimension des Problems werde überschätzt: Im Dezember waren 1.833 Asylberechtigte arbeitslos und 837 in Schulungen. Auch für diese Gruppe sei die Arbeitserprobung ein gutes Instrument.

Gerhard Straßer

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In absoluten Zahlen sei das Plus bei arbeitslosen Asylberechtigten „eher bescheiden“, so Straßer

Der Knackpunkt bei der Beschäftigung von Asylberechtigten sei aber nach wie vor die Sprache - wenn es z.B. bei Sicherheitseinweisungen am Bau auf exaktes Verständnis ankommt und die Kollegen Mundart sprechen. Auch seien oft Nachschulungen nötig, denn die Praxis habe gezeigt, „die Qualifikationen der Syrer und Afghanen sind mit unseren nicht vergleichbar“.

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