Leichter Anstieg der Lehrlingszahlen

2016 haben etwas mehr Burschen und Mädchen eine Lehre begonnen als noch 2015. Das zarte Plus von knapp über zwei Prozent werten Wirtschaftsvertreter als Trendumkehr, nach Jahren mit sinkenden Zahlen an Lehrlingsanfängern.

Es täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es in vielen Berufen zahlreiche unbesetzte Lehrstellen gibt, etwa in der Metallbranche. Daher wurde der Metalltechniker bereits auf die Liste der Mangelberufe gesetzt, heißt es aus der oberösterreichischen Wirtschaftskammer.

Freie Lehrstellen für Metalltechniker

Die freien Lehrstellen können bei weitem nicht besetzt werden. Und dass, obwohl der Metalltechniker im Vorjahr sogar der beliebteste Beruf unter den Burschen war. Fast jeder fünfte männliche Lehranfänger hat nämlich eine Metalltechnikerlehre begonnen. Die Wirtschaftskammer möchte Mangelberufen generell entgegen steuern, sagt Präsident Rudolf Trauner: „Es ist so, dass wir in den technischen Berufen sehr dahinter sind, dass verstärkt junge Leute gewonnen werden. Das ist aber das große Problem, das wir haben.“

24 Berufe auf der Liste der Mangelberufe

Und dieses Problem ist im vergangenen Jahr offenbar größer geworden. 24 Berufe finden sich mittlerweile auf der Liste der Mangelberufe, darunter auch etwa Tischler oder auch Koch. Daher dürfen in diesen Berufen laut Wirtschaftskammer auch Asylwerber unter 25 Jahren eine Lehre beginnen, unabhängig von ihrem Asylverfahren.

150 Flüchtlinge werden seit dem Vorjahr bereits in Mangelberufen ausgebildet, die meisten als Köche. Insgesamt sind in Oberösterreich zuletzt über 750 Lehrstellen frei gewesen, das sind fast 160 mehr als noch im Jahr davor.

Auswahl der Lehre nach wie vor geschlechtstypisch

Auffallend ist auch, dass Mädchen wie Burschen nach wie vor geschlechtstypische Lehrberufe wählen. Mädchen wollen etwa im Handel oder in Büros arbeiten, Burschen in Metall- oder Elektroberufen oder als KFZ-Techniker. Insgesamt haben im Vorjahr über 6.800 Burschen und Mädchen eine Lehre begonnen. Das sind über 150 mehr als noch 2015.