Dönmez kritisiert EU-Abkommen mit Türkei

Ab Sonntag tritt das umstrittene Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei in Kraft. Die EU zahlt sechs Milliarden Euro, damit die Türkei alle illegalen Migranten zurücknimmt.

Im Gegenzug verpflichtet man sich, für jeden zurückgeschobenen Syrer einen syrischen Kriegsflüchtling mit Asylstatus aus der Türkei in die EU zu übernehmen. Außerdem soll die Türkei Visafreiheit bekommen und weitere Kapitel bei den Beitrittsverhandlungen geöffnet werden.

Umstrittenes Abkommen

Ein Abkommen, das sehr umstritten ist - gerade angesichts der großen Defizite bei Menschenrechten und Pressefreiheit unter der Regierung Erdogan. Viele sagen auch, die EU habe damit eine Bankrotterklärung abgegeben, das Flüchtlingsproblem einfach in die Türkei verschoben und sich das auch noch teuer abkaufen lassen.

Dönmez: „Keine Lösung“

Der ehemalige Grüne Bundesrat Efgani Dönmez kennt als türkischstämmiger Österreicher die Lage in der Türkei wie kaum ein anderer. Und er bestätigt diese Kritik im ORF OÖ Interview:

Efgani Dönmez im Gespräch mit ORF-Redakteur Gernot Ecker

Dönmez glaubt auch, dass Schlepper jetzt wieder vermehrt über das Mittelmeer Flüchtlinge nach Europa bringen werden. Ungeklärt sei auch, was mit den Menschen passiert, die in die Türkei zurückgeschoben werden, wie die Türkei mit ihnen umgeht. Diese Herausforderung könnte auch zu einer Destabilisierung der Türkei führen, so Dönmez.