Erneut Aufregung um Avrasya

Der türkische Kulturverein Avrasya sorgt erneut für Aufregung. Auf einem Foto ist zu sehen, wie dessen Schriftführer im ehemaligen Nazi-Konzentrationslager Mauthausen die Hand zum faschistischen „Wolfsgruß“ erhoben hat.

Wie auch der „Kurier“ (Sonntagausgabe) berichtet, tauchte im Internet ein Foto auf, auf dem der Schriftführer des Vereins zu sehen ist, wie er in der Gedenkstätte im ehemaligen Nazi-Konzentrationslager Mauthausen die Hand zum faschistischen „Wolfsgruß“ hebt.

Der Schriftführer des türkischen Kulturvereins Avrasya in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit zum faschistischen "Wolfsgruß" erhobener Hand

Die Grünen

Der Schriftführer des türkischen Kulturvereins Avrasya in der ehemaligen Wäscherei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit zum faschistischen „Wolfsgruß“ erhobener Hand

Der Verein Avrasya geriet schon in der Vergangenheit wegen seines angeblichen Nahverhältnisses zur rechtsextremen türkischen Organisation „Graue Wölfe“ und einer Gedenkveranstaltung an die blutige Schlacht von Gallipoli in die Schlagzeilen. Mit ihm auch der Linzer SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger, dem Kontakte zu dem Verein vorgehalten werden.

„Kein Respekt für die Opfer des Holocaust“

Die seit Samstag stellvertretende Parteichefin der Grünen in Oberösterreich und Linzer Gemeinderätin Sophia Hochedlinger, die das Foto öffentlich machte, fordert nun Konsequenzen von Luger und der SPÖ Linz, dass man sich „endlich von diesem rechtsextremen Verein“ distanziere und „ihn nicht weiter als MigrantInnenverein verharmlose“.

Es sei ihr ein Rätsel, warum die SPÖ und der Bürgermeister an dieser Verbindung festhalten: „Aber, wie auch immer der Bürgermeister von dieser Verbindung profitiert, wenn dieser Verein keinen Funken Respekt für die Opfer des Holocaust hat, dann muss damit jetzt Schluss sein.“

Mauthausen Komitee fordert sofortige Konsequenzen

Mit Bestürzung und scharfem Protest reagierte das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) auf den Vorfall. MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi fordert angesichts der menschenverachtenden Provokation Konsequenzen: „Es reicht! Das Mauthausen Komitee hat im Vorjahr alle demokratischen Parteien vor den rechtsextremen „Grauen Wölfen“, zu denen auch der Linzer Verein „Avrasya“ gehört, ausdrücklich gewarnt. Trotzdem konnte „Avrasya“ erst kürzlich in einem Volkshaus der Stadt Linz seine ultranationalistische Propaganda verbreiten. Und trotzdem sitzen noch immer „Avrasya“-Vertreter im Linzer Integrationsbeirat. Das muss sofort beendet werden!“ Das Mauthausen Komitee kritisierte auch die „Untätigkeit des Verfassungsschutzes“.

Luger fordert Stellungnahme

Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) fordert von dem Verein eine offizielle Distanzierung. Sonst könnte er seinen Sitz im Integrationsbeirat verlieren.

Bürgermeister Luger im ORF OÖ Interview

Auch die Sozialistische Jugend fordert, dass es keine öffentliche Unterstützung für den Verein mehr geben dürfe.

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