Landestheater Linz: Neuer Spielplan präsentiert

Mit Verdis komischer Oper „Falstaff“ startet Hermann Schneider in seine erste Saison als Theaterchef in Linz. Schneider will Akzente setzen, in dem er etwa ein zentrales Thema über alle Sparten legt.

Dem Publikum sollen neue Stücke serviert und gerade im kommenden Theaterjahr ein deutlicher Österreich-Schwerpunkt gelegt werden.

„Nachhaltigkeit von Linz09 ist aufgegangen“

„Die Vision des Kulturhauptstadtjahres 2009 ist Wirklichkeit geworden“, streute Schneider seiner neuen Wirkungsstätte Rosen. Man habe damals auf Nachhaltigkeit gesetzt, etwa mit den vielen neuen Kulturbauten, und diese Rechnung sei aufgegangen. Er will nun seine eigenen Visionen umsetzen. Jedes Jahr soll es ein thematisches Motto geben, zu dem sich das Theater auch mit anderen Kultureinrichtungen vernetzen will.

Hälfte des Schauspielensembles ausgetauscht

Die wohl größten Veränderungen hat es im Schauspiel gegeben: Der neue Spartenleiter Stefan Suschke, den Schneider aus dem Mainfrankentheater Würzburg mitgebracht hat, tauscht rund die Hälfte des Ensembles aus. „Junge österreichische Schauspieler“ sollen nachrücken. Grund ist die Ausrichtung des Spielplanes, der Österreichisches „in großem Maße“ bereithält - von jungen Autoren bis Grillparzer und Raimund. Inhaltlich will Suschke offenbar auch aktuelle politische Eisen stärker angreifen. Eine von Hans-Werner Kroesinger erarbeitete Doku zum Linzer Swap ist ebenso geplant, wie Felix Mitterers Stück über Franz Jägerstätter oder ein Projekt zum Thema „Gläserner Mensch“.

Opern von Mozart, Richard Strauss und der Moderne

In der Sparte Musiktheater kündigt der neue Intendant für jede seiner kommenden Saisonen in Linz Opern von Mozart, Richard Strauss und die Moderne an. Mozarts Meisterwerke seien das Beste für ein Sängerensemble, Richard Strauss sei die „Königsklasse für ein Orchester“, und die Moderne wird in Schneiders erster Linzer Saison mit drei Österreichischen Erstaufführungen vertreten sein: „Solaris“ und „Die andere Seite“ von Michael Obst sowie „Gold!“ von Leonard Evers. In enger Zusammenarbeit mit der Anton Bruckner Privatuniversität Linz kündigt Intendant Schneider ein neues Opernstudio an. Junge Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Ländern werden für zwei Jahre engagiert. Geplant ist auch ein Schauspielstudio, zudem wird eine Sparte „Tanz 2“ angedacht.

Mehr Mitglieder in Musical-Company

Die Musical-Company vergrößert sich von acht auf zehn Mitglieder und bringt im dritten Jahr ihre erste Uraufführung („In 80 Tagen um die Welt oder wie viele Opern passen in ein Musical?“) auf die Bühne. Mittlerweile sei es auch leichter mit Verlagen zu verhandeln, schilderte Spartenleiter Matthias Davids. „Bei schwierigen Rechtefragen heißt es jetzt schon: ‚In Linz wird Musical gut produziert‘.“

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