Schüler geschlagen: Lehrer suspendiert

In einem Gymnasium in Gmunden soll ein Lehrer einen Zwölfjährigen so fest ins Gesicht geschlagen haben, dass dieser zu Boden gegangen ist, berichtete am Dienstag der „Kurier“. Der Pädagoge sei bis zur Klärung des Falls vom Dienst suspendiert worden.

Zu dem Vorfall soll es vergangene Woche gekommen sein, bestätigte ein Sprecher des Landesschulrats einen Bericht der Zeitung. Zu Beginn der fünften Unterrichtseinheit standen Schüler vor einem verschlossenen Klassenzimmer. Weil sich die Wartenden zu laut verhalten hätten, habe der Lehrer sie beschimpft.

Bub suchte Schulärztin auf

Als dann ein Bub einen Stift aufheben wollte, der ihm hinuntergefallen war, soll der Pädagoge diesem angeblich einen Schlag ins Gesicht versetzt haben. Andere Schüler hätten dem am Boden Liegenden geholfen. Wegen Schmerzen suchte der Bub die Schulärztin auf. Der Vorfall wurde dem Direktorium gemeldet.

„Aussagen von Schüler und Lehrer decken sich“

Die Direktorin Walpurga Moser sagte gegenüber dem ORF Oberösterreich: „Ich habe Lehrer und Schüler befragt, und die Aussagen von beiden decken sich. Der Schüler hat mir berichtet, dass es nicht die Absicht des Lehrers war, ihn im Gesicht zu treffen. Genau das Gleiche hat mir auch der betreffende Lehrer berichtet. Ich habe dann nach diesem Gespräch nochmal mit dem Schüler alleine gesprochen und ihn gefragt, ob er sich das gut überlegt hat, was er gesagt hat, ob er auch wirklich die Wahrheit gesagt hat oder ob er sich von dem Lehrer gefürchtet oder eingeschüchtert gefühlt hat. Er hat gesagt, dass er den Lehrer eigentlich sehr gerne mag und er glaubt, dass dies ein Unfall war.“

Schulinspektor Günther Vormayr sagte: „Eine Konsequenz, die wir jetzt gleich setzten werden, ist, dass wir im Rahmen unserer rechtlichen Möglichkeiten auf die Dienstleistung des Kollegen verzichten werden, bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts. Das möchte ich auf alle Fälle diese Woche abgeschlossen haben.“

Klasse stellt sich hinter Lehrer

Ganz klar hinter den Lehrer stellte sich Dienstagnachmittag eine 8. Klasse dieser Schule. Sie würden den Betroffenen seit Jahren kennen und seien davon überzeugt, dass diese Anschuldigungen „sehr überzogen“ seien.

„Es wird Konsequenzen geben“

Eine entsprechende Meldung liegt inzwischen bei Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer vor. „Wir schauen uns das jetzt ganz genau an“, hieß es aus dem Büro. Bereits am Montag habe es einen ersten Kontakt mit dem zuständigen Landesschulinspektor und der Schulleiterin gegeben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, „wird es sicher Konsequenzen für den Lehrer geben“, erklärte der Landesschulratssprecher. Bis zum Abschluss der Untersuchung werde der Beschuldigte jedenfalls nicht am Gymnasium unterrichten.

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