Haft für „Geldvermehrung“ mit Cola und Öl

Wegen eines „Wash-Wash-Betrugs“, bei dem man vorgibt mit „geheimen Chemikalien“ Geld vermehren zu können, sind am Donnerstag in Linz zwei Kameruner zu zwei Jahren unbedingt und 18 Monaten teilbedingt verurteilt worden.

Ihr Pech: Das Opfer hatte Verdacht geschöpft und einen verdeckten Ermittler zu dem Deal mitgebracht. Die beiden Urteile sind rechtskräftig.

„Erfahrung am Gebiet der Geldvermehrung“

Beim Wash-Wash-Trick wird dem Opfer ein Bündel weißer Papierscheine gezeigt. Das seien echte, aber gewaschene Banknoten, man müsse sie nur zurückfärben indem man sie mit normalem Geld und Chemikalien - im vorliegenden Fall mit Cola und Öl - zusammenpackt und ziehen lässt. Während der Prozedur tauschen die Täter das echte Geld aus. Wenn das Opfer nach der „Einwirkzeit“ das Bündel aufmacht, sind die Betrüger längst weg und man hat lediglich einen Packen wertlosen Papiers.

Der 44-jährige Hauptangeklagte „hat schon eine gewisse Erfahrung am Gebiet der Geldvermehrung“, so die Staatsanwältin in ihrem Anklagevortrag. Denn der Mann ist sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden bereits wegen Betrugs verurteilt worden, einmal davon hat es sich ebenfalls um einen Wash-Wash-Trick gehandelt.

Opfer sollte 100.000 Euro mitbringen

Der 44-Jährige ging Ende des Vorjahres zu einem Kraftfahrer aus Traun und gab vor, Reifen von ihm kaufen zu wollen. An diversen Gesprächen zu dem Thema nahmen auch der 46-jährige Zweitangeklagte als Übersetzer sowie zwei weitere, unbekannte Männer teil. Im Zuge der Geschäftsanbahnung wurde dem Trauner dann die wundersame Geldvermehrung vorgeschlagen und gleich an einem 50-Euro-Schein demonstriert. Ein Treffen in einem Hotel wurde vereinbart, zu dem der Kraftfahrer 100.000 Euro mitbringen sollte. Stattdessen erschien er mit einem verdeckten Ermittler, den er als Freund ausgab. Wenig später klickten für die beiden Afrikaner die Handschellen.

Zweitangeklagter hielt Deal für legal

Der Hauptangeklagte gab den Betrug zu. Allerdings war er offensichtlich bemüht, den ominösen Auftraggeber des Deals und die beiden Männer, die an einigen Gesprächen beteiligt waren, zu schützen. Der Zweitangeklagte will die Aktion für legal gehalten haben und ließ sich auch auf mehrmaliges Zureden des Richters, dass ein Geständnis mildernd wäre, nicht von dieser Version abbringen. Sein Komplize sagte, er habe ihm nie ausdrücklich gesagt, dass es sich in Wirklichkeit um eine Betrugsmasche handle, aber „er ist kein kleines Kind“.

Vorstrafen wirkten erschwerend

Das Gericht verurteilte den 44-Jährigen - bei einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren - zu zwei Jahren unbedingt wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs sowie der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Erschwerend wurden unter anderem seine einschlägigen Vorstrafen, mildernd das Geständnis gewertet. Der 46-Jährige wurde lediglich wegen schweren Betrugs - nicht gewerbsmäßig und nicht in einer kriminellen Vereinigung - schuldig gesprochen und bekam 18 Monate, von denen er sechs absitzen muss.