Abschiebung: Nachtwache für Armenierin

Am Dienstag ist in Altmünster offenbar die Situation um die geplante Abschiebung einer Pädagogin aus Armenien eskaliert. Im Ort solidarisieren sich nun viele mit der Frau, der Pfarrer von Altmünster gab ihr Kirchenasyl - 15 Leute schoben Wache.

Die Lage sei angespannt, die Fronten verhärtet, hieß es. Der Pfarrer von Altmünster (Bezirk Gmunden) Franz Benezeder gewährte, wie bereits am Montag angekündigt, der 51-jährigen Mutter als Notmaßnahme Kirchenasyl, so Benezeder im Gespräch mit ORF-Redakteur Roland Huber.

Benezeder zu Abschiebung

Nacht im Pfarrhof verbracht

Die Armenierin habe die Nacht dann im Pfarrhof verbracht, sagte Benezeder Mittwochfrüh. Bei einer Kirchensitzung am Dienstagabend beschlossen einige Helfer, die 51-jährige Pädagogin zu bewachen, denn es war zu befürchten, dass die Polizei vor einer Verhaftung in der Pfarrkirche nicht zurückschrecke – etwa 15 Leute schoben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Wache.

Die Frau lebt seit mehr als drei Jahren im Ort und sei sozial gut integriert, hieß es. Sie arbeite von sich aus ehrenamtlich im örtlichen Kindergarten mit. Die armenische Christin flüchtete aus Armenien, weil sie politisch verfolgt und gefoltert wurde.

Behörde: Dokumente gefälscht

Laut Behörde seien die Dokumente, auf die sich die Frau beruft, gefälscht. Die zuständige Richterin sieht keinen Anlass für ein Bleiberecht und die Abschiebung solle noch diese Woche vollstreckt werden – Mehr dazu in Kampf gegen Abschiebung in Altmünster (ooe.ORF.at)

Die Menschenrechtsplattform „Altmünster für Menschen“, die sich für Asylwerber engagiert, und der Rechtsvertreter der Asylwerberin, Erich Hametner, wollen alle Mittel gegen die rechtliche Abschiebung ausschöpfen.